Ex-Lehrerin für sexuellen Missbrauch an Schülerinnen verurteilt
Ein ehemaliger Lehrer einer Mädchenschule in Belfast wurde für schuldig befunden, in den 1970er Jahren mehrere Schülerinnen sexuell missbraucht zu haben. William Lloyd-Lavery, der damals als Geschichtslehrer an der Richmond Lodge College arbeitete, wurde am 23. Januar 2026 vom Gericht wegen sechs Fällen von unsittlicher Berührung verurteilt. Die Vorfälle ereigneten sich zwischen dem 31. August 1975 und dem 1. Juli 1979.
Sexuelle Übergriffe in der Schule
Während des Prozesses erklärte Lloyd-Lavery, er sei Opfer einer Verschwörung, und behauptete, die Klägerinnen hätten sich über Facebook gegen ihn verschworen. Der 77-jährige ehemalige Direktor eines anderen Schulzentrums aus Lisburn bestreitet, fünf Schülerinnen sexuell missbraucht zu haben. Nach der Urteilsverkündung, die nach nur vier Stunden Beratung einstimmig erfolgte, wurde er auf das Sexualstraftäterregister gesetzt. Die Dauer seines Aufenthalts auf der Liste wird bei der Verurteilung im März festgelegt.
Die Aussagen der Opfer waren erschütternd. Eine Frau, die heute in ihren 60ern ist, berichtete, dass sie in der Schule „wie Beute gejagt“ wurde, und erklärte, sie sei von Lloyd-Lavery in einem französischen Büroabteil missbraucht worden, als er sie unter dem Vorwand, ein Geschichtsbuch zu suchen, in den Raum lockte. „Als meine Füße vom Boden abgehoben wurden, hielt er mich mit der linken Hand und berührte mich mit der rechten, was mich entsetzt und starr machen ließ“, so die Frau. Ihre 94-jährige Mutter gab ebenfalls Zeugnis und schilderte, wie sie sich „das Herz brach“, als ihre damals 13-jährige Tochter ihr von dem Vorfall erzählte.
Ein weiteres Opfer berichtete von einem Vorfall, bei dem der Lehrer sie in einen Abstellraum führte und sie unter dem Vorwand, über die Beulenpest zu sprechen, missbraucht hatte.
Die Jury sprach Lloyd-Lavery auch in zwei weiteren Anklagepunkten der unsittlichen Berührung frei. Der Richter hob hervor, dass die Jurymitglieder mitfühlend und sorgfältig geprüft hätten, was nicht einfach gewesen sei. Nachdem das Urteil gefallen war, wurde dem Angeklagten auf Antrag seiner Verteidigung gegen Kaution bis zur Urteilsverkündung am 6. März 2026 freigelassen.
Der Richter ordnete an, dass sowohl ein psychologisches als auch ein medizinisches Gutachten erstellt werden sollten, da die Justizvollzugsanstalten über die Medikamente des Verurteilten informiert werden müssen. Die nächsten rechtlichen Schritte stehen nun bevor, wobei die endgültige Strafe im März festgelegt wird.