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EU fordert Dialog im östlichen Mittelmeerraum

BRÜSSEL / ATHEN

Die jüngsten Entwicklungen im östlichen Mittelmeerraum seien “äußerst besorgniserregend” und müssten durch einen Dialog gelöst werden, sagte ein Sprecher der Europäischen Union am Dienstag.

“Was getan werden muss, ist die Lösung aller offenen Fragen im Einklang mit den Grundsätzen gutnachbarlicher Beziehungen, des Völkerrechts und des positiven Engagements”, sagte der Sprecher der Europäischen Kommission, Peter Stano, auf einer Pressekonferenz.

Als Antwort auf die Forderung Griechenlands nach einer außerordentlichen Sitzung des EU-Rates für auswärtige Angelegenheiten sagte Stano, dass eine Entscheidung in Kürze durch Konsultationen zwischen den Mitgliedstaaten getroffen werde.

Er fügte hinzu, dass die Maßnahmen der Türkei auch auf einem informellen Treffen der EU-Außenminister in Berlin im Laufe dieses Monats erörtert werden.

Griechischer Aufruf zum außerordentlichen Treffen

Griechenland hat beschlossen, nach einem Treffen zwischen Außenminister Nikos Dendias und Premierminister Kyriakos Mitsotakis eine außerordentliche Sitzung des EU-Außenrats zu beantragen, wie am Dienstag angekündigt.

Mitsotakis informierte auch Präsidentin Katerina Sakellaropoulou und die Leiter der anderen großen politischen Parteien des Landes.

Alexis Tsipras, Hauptgegner der SYRIZA und ehemaliger Premierminister, forderte die Einberufung eines außerordentlichen EU-Gipfels, um die jüngsten Entwicklungen zu erörtern.

Dendias traf sich auch mit US-Botschafter Geoffrey Pyatt im Gebäude des Außenministeriums in Athen, wo die beiden über die neuesten Entwicklungen im östlichen Mittelmeer diskutierten, schrieb Dendias auf Twitter.

Im Rahmen der Kohlenwasserstoffexplorationsaktivitäten des Landes kündigte die Türkei über Navtex ab dem 10. August die neue seismische Forschungsaktivität des Bohrschiffs MTA Oruc Reis im östlichen Mittelmeer an.

Die Oruc Reis wird zusammen mit den Schiffen Ataman und Cengiz Han bis zum 23. August ihre seismischen Aktivitäten im östlichen Mittelmeer fortsetzen.

Nachdem Athen im vergangenen Monat Einwände gegen Ankaras seismische Untersuchung in einem Gebiet südlich der Insel Meis oder Kastellorizo erhoben hatte, trugen deutsche diplomatische Bemühungen dazu bei, die Spannungen zwischen der Türkei und Griechenland zu entschärfen.

Der umstrittene Schritt Griechenlands in der vergangenen Woche, ein Abkommen zur Abgrenzung des Seeverkehrs mit Ägypten zu unterzeichnen, das nach Angaben der Türkei gegen den Festlandsockel und die Seerechte verstößt, hat jedoch weitere Spannungen zwischen den beiden Nachbarn ausgelöst.

Ankara beschuldigt Griechenland, eine maximalistische Politik im östlichen Mittelmeerraum zu verfolgen, und betont, dass seine maritimen Ansprüche die Hoheitsrechte der Türkei verletzen.

* Mit Schreiben und Beiträgen von Iclal Turan in Ankara