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Erste weibliche Erzbischöfin von Canterbury offiziell bestätigt

In einer historischen Zeremonie in der St. Paul’s Cathedral in London wurde Dame Sarah Mullally offiziell als 106. Erzbischöfin von Canterbury bestätigt. Mullally ist die erste Frau in dieser höchsten religiösen Position der Church of England, die eine Schlüsselrolle als geistige Führerin der weltweiten Anglikanischen Gemeinschaft übernimmt.

Der Gottesdienst, der am Mittwoch stattfand, markierte die formelle Bestätigung von Dame Sarah Mullally in ihrem neuen Amt, obwohl ihre feierliche Installation in der Kathedrale von Canterbury erst im März 2026 stattfinden wird. Vor der Zeremonie sprach sie über ihre Vision für das Amt und betonte, dass sie mit „Ruhe, Konsistenz und Mitgefühl“ führen möchte, um den Herausforderungen einer „gespaltenen und unsicheren Welt“ zu begegnen.

Beginn einer neuen Ära in der Anglikanischen Kirche

Die Zeremonie war nicht ohne Zwischenfälle, als ein Heckler, der anscheinend religiöse Kleidung trug, den Ablauf kurz unterbrach. Der Störer wurde jedoch rasch aus der Kathedrale eskortiert, und die Zeremonie konnte ohne weitere Störungen fortgesetzt werden. In seiner Ansprache erklärte der Erzbischof von York, Stephen Cottrell, dass „vollständige Möglichkeiten“ für rechtliche Einsprüche gegen Mullallys Ernennung eingeräumt worden seien, jedoch keine solchen Einwände eingegangen seien.

Dame Sarah, die fast zehn Jahre lang als Bischöfin von London diente, hat eine beeindruckende Karriere hinter sich, einschließlich ihrer Rolle als ehemalige Chefkrankenschwester Englands. Im Oktober 2025 wurde sie als erste Frau für das Amt des Erzbischofs nominiert, eine Entscheidung, die in der Anglikanischen Kirche weltweit für Aufsehen sorgte. Der König mag formal das Oberhaupt der Church of England sein, aber der Erzbischof von Canterbury bleibt der höchste Geistliche und somit die prägende Figur der Kirche.

In ihrer ersten Ansprache erklärte Dame Sarah, dass sie mit Gottes Hilfe ihre Aufgabe als geistliche Führerin mit einem Fokus auf „Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, Frieden und den Schutz der Schöpfung“ wahrnehmen werde. Sie betonte auch ihr Engagement, die Kirche zu einem sicheren und mitfühlenden Ort für alle zu machen, besonders für die Verletzlichen und Missbrauchten, und versprach, sich verstärkt für die Opfer von Missbrauch in der Kirche einzusetzen.

In den kommenden Monaten wird Dame Sarah mit verschiedenen Führungspersönlichkeiten in Großbritannien zusammentreffen, darunter Premierminister Sir Keir Starmer und religiöse Führer anderer Konfessionen. Ihr erstes Treffen mit König Charles wird ebenfalls erwartet, um den traditionellen Hommageakt zu vollziehen.

Seit ihrer Ernennung im vergangenen Jahr hat sie wiederholt erklärt, dass sie die strukturellen Mängel in der Kirche angehen möchte, insbesondere im Umgang mit Missbrauchsfällen. Diese Entschlossenheit wurde kürzlich unterstrichen, als eine Beschwerde gegen sie wegen ihrer Handhabung eines Missbrauchsvorwurfs im Bistum London abgewiesen wurde. Der Vorwurf betraf einen Priester und einen Mann, der unter dem Pseudonym „Überlebender N“ bekannt ist. Obwohl die Beschwerde abgelehnt wurde, könnte der Kläger gegen diese Entscheidung Berufung einlegen.

Dame Sarah wird in den nächsten Wochen bei der General Synode, dem „Parlament“ der Kirche, in London eine Ansprache halten. Ihre endgültige Amtseinführung als Erzbischöfin von Canterbury wird im März 2026 erwartet.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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