Epstein wollte, dass Sarah Ferguson eine Erklärung abgibt, in der er nicht als „Pädophiler“ bezeichnet wird
Neu veröffentlichte E-Mails aus den Akten von Jeffrey Epstein zeigen, dass der verurteilte Finanzier von Sarah Ferguson forderte, eine öffentliche Erklärung abzugeben, in der er nicht als „Pädophiler“ bezeichnet wird. Epstein hatte offenbar die Absicht, seine Reputation zu verteidigen, nachdem die ehemalige Herzogin von York sich öffentlich von ihm distanziert hatte.
Die US-amerikanische Strafverfolgungsbehörde veröffentlichte kürzlich mehr als drei Millionen Seiten an Dokumenten, die mit Epstein in Verbindung stehen. Unter den freigegebenen E-Mails finden sich auch zahlreiche Korrespondenzen mit einer Person namens „Sarah“, bei der es sich vermutlich um Sarah Ferguson handelt. Es wird auch über sie als „Fergie“ gesprochen, wobei ihr E-Mail-Adresse aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht wurde.
Epstein fordert Entschuldigung und öffentliche Korrektur
Im März 2011 bat Epstein den PR-Berater Mike Sitrick darum, eine Erklärung zu formulieren, die die ehemalige Herzogin in idealer Weise öffentlich abgeben sollte. Diese sollte besagen, dass sie „getäuscht“ worden sei und nun wisse, dass die gegen Epstein erhobenen Vorwürfe auf falschen Informationen beruhten. In der besagten Erklärung sollte sie auch klarstellen, dass sie sich damals von falschen Aussagen über ihn beeinflussen ließ.
Einige Wochen später, im April 2011, antwortete Sarah Ferguson in einer E-Mail an Epstein, dass sie niemals den Begriff „Pädophiler“ verwenden würde. Sie erklärte, dass sie den öffentlichen Schritt unternommen habe, um ihr eigenes Image zu schützen, und betonte, dass sie nichts Falsches über Epstein sagen würde, um ihm weiter zu schaden.
Diese Korrespondenzen finden sich in den neu veröffentlichten Dokumenten, die alle nach Epsteins Verurteilung im Jahr 2008 wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen datieren. Im selben Jahr beging er eine Straftat, für die er später im Gefängnis landete.
Epstein hatte auch andere Kontakte in der britischen königlichen Familie, einschließlich eines Vorfalls, bei dem er sich im Jahr 2009 mit einer Person traf, die von Sarah Ferguson für eine Teeparty in den Buckingham-Palast-Apartments oder Windsor Castle arrangiert worden war. Diese Kontakte zeigen, wie tief Epstein in die sozialen und politischen Kreise eingedrungen war.
Im August 2009 dankte Sarah Epstein für seine Unterstützung und beschrieb ihn als „den Bruder, den ich immer gewünscht habe“. In ihren E-Mails an ihn brachte sie auch ihre Bewunderung für ihn zum Ausdruck, trotz der bereits bekannten Vorwürfe gegen ihn.
Während des Jahres 2010 und 2011 gab es zahlreiche E-Mails zwischen Ferguson und Epstein. In einer E-Mail vom Juli 2010 fragte Epstein, ob Sarahs Töchter, Beatrice und Eugenie, eine nicht näher bezeichnete Person treffen könnten, während sie sich in London aufhielten. Sarah antwortete darauf, dass Beatrice bei ihrem Vater in London sei und Eugenie mit einem Freund unterwegs war.
Diese Entdeckungen kommen inmitten der anhaltenden öffentlichen Diskussionen über Epsteins Netzwerk und seine Beziehungen zu prominenten Persönlichkeiten. Die Veröffentlichung dieser Dokumente verstärkt die öffentliche Kontrolle über die Verbindungen und Handlungen der Beteiligten. Viele Jahre nach den Vorfällen bleibt die Frage offen, inwieweit Sarah Ferguson in die Ereignisse verwickelt war und welche Konsequenzen ihre Beziehung zu Epstein für ihre eigene Karriere und ihr Ansehen hatte.