Epstein drängte Sarah Ferguson zu einer öffentlichen Erklärung
Neue Dokumente, die kürzlich vom US-amerikanischen Justizministerium veröffentlicht wurden, zeigen, dass Jeffrey Epstein Sarah Ferguson zu einer öffentlichen Erklärung drängte, in der sie bestätigte, dass er kein Pädophiler sei. Dies war Teil einer Verschwörung, die darauf abzielte, die Rufschädigung zu stoppen, die durch falsche Anschuldigungen gegen Epstein ausgelöst wurde. Die E-Mails, die im Rahmen der Freigabe von mehr als drei Millionen Dokumenten auftauchten, enthalten detaillierte Diskussionen zwischen Epstein und verschiedenen Kontaktpersonen, darunter ein öffentlicher PR-Berater und ein ungenannter „Sarah“, die in den Nachrichten als „Fergie“ identifiziert wird.
„Dupe“ und Falschaussagen
Im März 2011 bat Epstein den PR-Berater Mike Sitrick, eine Erklärung zu entwerfen, die „ideal wäre, wenn Fergie sie herausgeben würde“. Epstein behauptete, die ehemalige Herzogin von York sei „getäuscht“ worden und habe falsche Informationen geglaubt, die von Klägeranwälten in Florida verbreitet wurden. Er wollte, dass Sarah Ferguson öffentlich zugibt, dass sie über die falschen Anschuldigungen gegen Epstein getäuscht worden sei, und dass diese Informationen Teil einer Kampagne waren, um eine Zivilklage zu unterstützen.
In den E-Mails äußerte Epstein, dass die Anschuldigungen gegen ihn auf „Lügen und Fabricationen“ basierten, die darauf abzielten, „zivilrechtliche Ansprüche zu verstärken“. Epstein forderte Sitrick auf, die Angelegenheit schnell zu regeln und zu verhindern, dass Fergie weiterhin „falsche Geschichten“ glaubte. In einer Antwort erklärte Sitrick, dass „Fergie“ den Fehler eingestehen müsse, sich entschuldigen sollte und sich „sehr schlecht“ fühlen müsse. „Jeffrey ist kein Pädophiler“, so Sitrick. Er schlug vor, dass sie ihre Fehleinschätzung öffentlich revidiere.
Am nächsten Tag bat Epstein Sitrick, eine entsprechende Erklärung zu verfassen, die Sarah Ferguson idealerweise veröffentlichen würde. Sitrick stimmte der Anfrage zu und machte deutlich, dass dies ein wichtiger Schritt für Epsteins Ruf war.
Die freigegebenen E-Mails beinhalten auch andere interessante Details über Epsteins Beziehungen, wie etwa die Versuche, Kontakte zu prominenten Personen aus dem britischen Königshaus zu knüpfen. So soll Ferguson 2009 angeboten haben, ein Teetreffen in den königlichen Residenzen Buckingham Palace oder Windsor Castle zu organisieren. Diese Dokumente werfen weiterhin ein Licht auf die intensiven Verbindungen, die Epstein mit prominenten Persönlichkeiten pflegte, trotz seiner Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen im Jahr 2008.
Die Veröffentlichung dieser Informationen kommt inmitten der andauernden Kontroversen um die britische Königsfamilie und ihre Verbindungen zu Epstein. Die angeblichen sexuellen Übergriffe von Prinz Andrew, die dieser vehement bestreitet, führten zu einer breiten öffentlichen Diskussion. Andrew trat 2019 von seinen königlichen Pflichten zurück und verlor 2022 seine Titel aufgrund der Berichterstattung über seine Verwicklungen. Währenddessen kritisierte die Öffentlichkeit Sarah Ferguson für ihre anhaltende Freundschaft zu Epstein, obwohl sie ihn nach seiner Verurteilung öffentlich ablehnte.
Die Tochter von Sarah Ferguson, Prinzessin Beatrice, soll ebenfalls in die Diskussionen verwickelt gewesen sein, als Epstein sie bat, einer ungenannten Person in London „Hallo“ zu sagen. Dies erfolgte 2010, als Beatrice mit ihrem Vater in der Stadt war. Trotz der skandalösen Ereignisse scheint die Herzogin den Kontakt zu Epstein nie vollständig abgebrochen zu haben, wie die E-Mails aus den Jahren 2009 und 2011 belegen.
Sarah Ferguson und Prinz Andrew, die gemeinsam zwei Töchter haben, haben noch keine Stellungnahme zu den freigegebenen Dokumenten abgegeben. Die Enthüllungen werfen erneut ein Schlaglicht auf das Netz aus Verbindungen und geheimen Absprachen, das Epstein zu seinen Lebzeiten pflegte, und seine Versuche, seinen Ruf trotz schwerer Vorwürfe zu retten.