Emma Caldwells Familie trifft sich mit dem Vorsitzenden der Untersuchungskommission
Die Familie von Emma Caldwell wird sich am kommenden Montag in Glasgow mit dem Vorsitzenden der Untersuchungskommission treffen, die die Ermittlungen zu ihrem Mord untersuchen soll. An dem Treffen werden ihre Mutter, Margaret Caldwell, der Bruder von Emma, Jim Coyle, sowie ihr Sohn Jamie Caldwell und Enkel Stewart McGrory teilnehmen. Begleitet werden sie von ihren Anwälten Aamer Anwar und April Meechan.
Untersuchung der Polizei-Fehler und der verzögerten Verurteilung
Emma Caldwell wurde 2005 ermordet, aber erst 2024 wurde Iain Packer für ihren Mord und eine Reihe weiterer sexueller Vergehen verurteilt. Die ursprüngliche Polizeiarbeit wurde scharf kritisiert, weil Packer nicht früher gefasst wurde. Der Verurteilte erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe mit einer Mindestverbüßungszeit von 36 Jahren – fast zwei Jahrzehnten nach dem Mord an der damals 27-jährigen Caldwell.
Die öffentliche Untersuchung, die von Lord Scott KC geleitet wird, zielt darauf ab, das Verhalten der Strathclyde Police bei der Aufklärung des Mordes zu untersuchen. Die Behörde, die 2013 durch Police Scotland ersetzt wurde, war zum Zeitpunkt der Ermittlungen in die tödliche Tat involviert. Jedoch wird in den Untersuchungsrichtlinien keine Erwähnung von Police Scotland gemacht. Die Ermittlungen konzentrieren sich weiterhin auf die Vorgehensweise der Strathclyde Police und deren Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft.
Lord Scott betonte die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der Untersuchung. In einer Erklärung machte er deutlich, dass sein Team „den Beweisen folgen werde, wohin sie auch führen mögen“. Scott fügte hinzu, dass er seine Aufgabe als Vorsitzender „unparteiisch und gründlich“ wahrnehmen werde.
Der Mordfall wurde in der Region bekannt, nachdem Emma Caldwells Leiche am 8. Mai 2005 in Limefield Woods, in der Nähe von Roberton, South Lanarkshire, entdeckt wurde. Sie war mehr als einen Monat zuvor in Glasgow verschwunden. Packer wurde im Juni desselben Jahres von der Polizei befragt, doch erst viele Jahre später wurde er für den Mord an Emma Caldwell sowie für insgesamt 33 separate Straftaten verurteilt, darunter 11 Vergewaltigungen und 21 weitere sexuelle Übergriffe.
Police Scotland hat sich mittlerweile für die mangelhaften Ermittlungen und die versäumte Festnahme von Packer entschuldigt. Sie gaben zu, dass die Familie von Emma Caldwell und anderen Opfern im ursprünglichen Ermittlungsverfahren „enttäuscht“ worden seien.