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Ehemaliger Tierarzt gesteht systematischen Kindesmissbrauch in Feriencamp

Ein 76-jähriger ehemaliger Tierarzt hat vor Gericht gestanden, junge Jungen systematisch mit betäubten Süßigkeiten gefügig gemacht und sexuell missbraucht zu haben. Jon Ruben aus Ruddington, Nottinghamshire, nutzte seine Position als Leiter eines christlichen Ferienlagers in Stathern, Leicestershire, über viele Jahre aus, um an seine Opfer zu gelangen.

Die Staatsanwaltschaft am Crown Court in Leicester beschrieb ein Bild akribischer Vorbereitung. Ruben habe sein veterinärmedizinisches Wissen genutzt, um Sedativa zu beschaffen, zu dosieren und in klebrige Süßigkeiten zu injizieren. Eine „Schokoladen-Vergiftungstabelle“ des Angeklagten, die die benötigte Drogenmenge für ein Kind, einen Erwachsenen, einen großen und einen kleinen Hund auflistete, wurde dem Gericht vorgelegt.

Perfides „Süßigkeiten-Spiel“ und kalte Planung

Laut Anklage vergiftete Ruben im Juli vergangenen Jahres mindestens zehn Jungen im Alter von acht bis elf Jahren. Er lockte sie mit einem „Süßigkeiten-Spiel“, bei dem der schnellste Esser einen Preis gewann. Die Kinder litten nach dem Verzehr unter Übelkeit, Schwindel, Gedächtnisverlust und starken Bauchschmerzen; am nächsten Morgen liefen einige orientierungslos gegen Wände.

Ruben platzierte die ausgewählten Jungen in den Zimmern nah an seinem Schlafraum und entfernt von den anderen. In einer Tasche führte er Babyöl, Vaseline und andere Gegenstände mit, „um ihm bei den Taten zu helfen“. Um ungestört zu sein, verabreichte er seiner Ehefrau Susan sogar das Beruhigungsmittel Temazepam, damit sie nicht aufwachte.

Insgesamt wurden acht Kinder nach dem Camp ins Krankenhaus gebracht. Der Schrittsohn des Angeklagten war alarmiert geworden, nachdem er Babyöl, Spritzen mit weißem Pulver und andere verdächtige Gegenstände gefunden hatte.

Im November bekannte sich Ruben schuldig zu einer Reihe von Verbrechen, darunter sexuelle Nötigung eines Kindes unter 13, penetrative Vergewaltigung eines Kindes unter 13, acht Fälle von Kindesmisshandlung sowie Besitz kinderpornografischen Materials. Später gestand er auch die Vergiftung seiner Frau.

Wut der Opferfamilien und ein maskierter Täter

Während der Verhandlung am Freitag brachten Mütter der missbrauchten Jungen ihre Wut und Verzweiflung in Opfer-Impact-Statements zum Ausdruck. Eine Mutter sagte, ihr Kind habe nach dem Erfahren der Taten zu Selbstverletzung gegriffen. Eine andere richtete sich direkt an Ruben: „Ich will, dass du stirbst. Du verdienst es. Du hast das Leben dieser Kinder ruiniert.“

Auch seine Ehefrau Susan Ruben äußerte sich: Sie fühle sich „vollkommen betrogen“. Ihr Mann habe jahrzehntelang versucht, das Bild eines rechtschaffenen, ehrenwerten Mannes zu zeichnen, „während er in Wirklichkeit ein sadistischer, monströser Pädophiler war“. Ruben, der das Camp seit mindestens 27 Jahren leitete, unterbrach die Verhandlung kurzzeitig mit einem Ruf „Nein!“, als die Staatsanwältin seine Verstöße gegen eigene Schutzregeln darlegte, und brach dann weinend zusammen.

Staatsanwältin Mary Prior KC betonte, die Taten seien „geplant und vorbereitet“ gewesen. Ruben habe illegal Sedativa im Dark Web gekauft und seinen „Mantel des Christentums“ sowie seine vertrauensvolle Stellung in der Gemeinde missbraucht. Zudem räumte er den Besitz von 50 Kategorie-A-, 22 Kategorie-B- und sieben Kategorie-C-Kinderpornovideos aus dem Zeitraum August 2023 bis Juni 2024 ein, die jedoch nicht die Camp-Teilnehmer zeigen.

Die Urteilsverkündung gegen Jon Ruben steht noch aus. Der Fall offenbart einen beispiellosen Missbrauch von Vertrauen und Autorität, der über Jahrzehnte hinweg möglich war.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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