Die Wanzl-Mitarbeiter in Leipheim und Kirchheim streben einen neuen Tarifvertrag an.

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Die Wanzl-Mitarbeiter in Leipheim und Kirchheim streben einen neuen Tarifvertrag an.

50 Wanzl-Beschäftigte aus Leipheim nehmen an einer Open-Air-Sprechstunde zum Auftakt der neuen Verhandlungsrunde teil. Was die IG Metall dazu sagt.

Die Beschäftigten bei Wanzl in Leipheim und Kirchheim wollen einen neuen Tarifvertrag.

Vor dem Wanzl-Werk 1 in Leipheim fand kürzlich eine Sprechstunde im Freien statt, um über den aktuellen Stand der Tarifverhandlungen zu informieren. Günter Frey, Erster Bevollmächtigter der IG MetallNeu-Ulm – Günzburg und Mitglied des Wanzl-Aufsichtsrats, sprach bei der Veranstaltung, an der über 50 Kollegen teilnahmen.

“Das Bekenntnis von Wanzl zu den deutschen Standorten und der Wille, diese für die Zukunft auszurichten, ist lobenswert. Es ist aber nicht angemessen, dass die Mitarbeiter die finanziellen Lasten tragen müssen. Da durch die Werksneuausrichtung Arbeitsplätze von Leipheim nach Kirchheim und umgekehrt verlagert werden, werden viele Menschen täglich länger pendeln, um bei Wanzl zu arbeiten.” Für viele Mitarbeiter bedeutet das, dass sie täglich bis zu zwei Stunden länger zur Arbeit fahren müssen. Das belastet den Familienalltag, und auch die finanzielle Belastung wird durch die längeren Wege erhöht. “Die geplanten Verlagerungen lösen bei den Mitarbeitern im Moment viel Unruhe aus. Mit einem verlängerten Tarifvertrag können wir das nötige Vertrauen schaffen und Sicherheit für beide Seiten bieten”, argumentiert Frey.

Die Tarifverhandlungen bei Wanzl in Leipheim und Kirchheim sind ins Stocken geraten.

Die jüngsten Tarifverhandlungen zur Fortführung des Wanzl-Tarifvertrags, die die Beschäftigten in Kirchheim und Leipheim für 2019 erfolgreich durchgesetzt hatten, sind ins Stocken geraten. “Man schätzt den Verhandlungspartner in Person des Geschäftsführers Finanzen Markus Bergmann sehr, aber die Forderungen im Gegenzug für den Abschluss eines Tarifvertrages bleiben trotzdem unverschämt hoch – drei Stunden unbezahlte Arbeit pro Woche, Absenkung des Leistungslohns und Streichung der Fahrtkostenzulage. Das sind Forderungen, die ein insolventes Unternehmen seinen Mitarbeitern abverlangt, aber nicht ein gesundes Unternehmen wie Wanzl.”

Sollten die Tarifverhandlungen scheitern, wird es ab dem 1. Januar 2022 keinen Tarifvertrag mehr bei Wanzl geben. Das ist aber auch das gleiche Datum, an dem die Friedenspflicht endet und damit erneute Warnstreiks möglich wären. (AZ)

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