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Die USA haben gerade die erste Humanstudie für einen Impfstoff gegen das neue Coronavirus begonnen.

Der erste Humanversuch zur Bewertung eines Impfstoffkandidaten gegen das neue Coronavirus hat in Seattle begonnen, sagten US-Gesundheitsbeamte am Montag und weckten damit Hoffnungen im weltweiten Kampf gegen die Krankheit.

Aber es könnte noch ein weiteres Jahr bis 18 Monate dauern, bis er verfügbar ist, sobald er weitere Testphasen durchlaufen hat, um zu beweisen, dass er funktioniert und sicher ist.

Der Impfstoff heißt mRNA-1273 und wurde von Wissenschaftlern des US National Institutes of Health (NIH) und Mitarbeitern des Biotechnologie-Unternehmens Moderna mit Sitz in Cambridge, Massachusetts, entwickelt.

“Die offene Studie wird 45 gesunde erwachsene Freiwillige im Alter von 18 bis 55 Jahren über einen Zeitraum von etwa 6 Wochen aufnehmen”, sagte das NIH. “Der erste Teilnehmer erhielt heute den Impfstoff für die Studie.”

Die Finanzierung wurde auch von der in Oslo ansässigen Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) bereitgestellt.

Derzeit gibt es keine zugelassenen Impfstoffe oder Behandlungen gegen die Coronavirus-Krankheit, bekannt als COVID-19, die seit ihrer ersten Identifizierung in Zentralchina Ende Dezember weltweit mehr als 175.000 Menschen infiziert hat.

Laut einer AFP-Zählung hat sie 7.000 Todesfälle gefordert, die meisten davon in China, gefolgt von Italien.

“Die Suche nach einem sicheren und wirksamen Impfstoff zur Verhinderung einer Infektion mit SARS-CoV-2 ist eine dringende Priorität für die öffentliche Gesundheit”, sagte Anthony Fauci, Leiter der Abteilung für Infektionskrankheiten am NIH, der den technischen Namen des Virus verwendet, von dem man annimmt, dass er von Fledermäusen stammt.

“Diese Phase-1-Studie, die in Rekordtempo gestartet wurde, ist ein wichtiger erster Schritt zur Erreichung dieses Ziels”, so Fauci.

Die Studie in Seattle wird die Auswirkungen verschiedener Dosen untersuchen, die durch intramuskuläre Injektionen in den Oberarm verabreicht werden, wobei die Teilnehmer auf Nebenwirkungen wie Wundsein oder Fieber überwacht werden.

Koronaviren sind kugelförmig und haben aus ihrer Oberfläche hervorstehende Spitzen, die ihnen ein kronenartiges Aussehen verleihen. Der Stachel bindet an menschliche Zellen, wodurch das Virus eindringen kann.

Der Moderna-Impfstoffkandidat trägt die genetische Information dieses Spike in einer Substanz, die als “Boten-RNA” bezeichnet wird.

Wenn man menschliches Gewebe mit der Boten-RNA des Spike injiziert, lässt man es im Körper wachsen und löst damit eine Immunantwort aus, ohne eine Person tatsächlich mit dem voll ausgebildeten Virus infiziert zu haben.

Globales Rennen
Pharmazeutika und Forschungslabors auf der ganzen Welt liefern sich ein Wettrennen um die Entwicklung von Behandlungen und Impfstoffen gegen das neue Coronavirus.

Ein antivirales Medikament namens Remedesivir, das von der US-amerikanischen Firma Gilead Sciences hergestellt wird, befindet sich bereits in der Endphase der klinischen Studien in Asien, und Ärzte in China haben berichtet, dass es sich bei der Bekämpfung der Krankheit als wirksam erwiesen hat.

Aber nur in randomisierten Studien können Wissenschaftler sicher wissen, ob es wirklich hilft oder ob die Patienten ohne dieses Medikament geheilt worden wären.

Ein weiteres US-Pharmaunternehmen namens Inovio, das einen Impfstoff auf DNA-Basis entwickelt, hat angekündigt, dass es im nächsten Monat in die klinische Erprobung gehen wird.

Regeneron versucht, Coronavirus-bekämpfende Antikörper zu isolieren, die intravenös verabreicht werden können, um eine vorübergehende Immunität zu verleihen, und hofft, bis zum Sommer mit den Versuchen am Menschen beginnen zu können.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind 80 Prozent der COVID-19-Fälle leicht, 14 Prozent schwer und etwa fünf Prozent der Ergebnisse kritisch, was zu einer schweren Atemwegserkrankung führt, bei der sich die Lungen mit Flüssigkeit füllen, die wiederum verhindert, dass Sauerstoff in die Organe gelangt.

Patienten mit leichten Fällen erholen sich in ein oder zwei Wochen, während schwere Fälle sechs oder mehr Wochen dauern können. Jüngste Schätzungen gehen davon aus, dass etwa ein Prozent aller Infizierten sterben.