Die EU unterstützt die kämpfenden Landwirte

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BRÜSSEL, 22. April – Die Europäische Kommission hat am Mittwoch Maßnahmen vorgeschlagen, um die von den Coronavirus-Beschränkungen betroffenen Landwirte zu unterstützen, einschließlich Beihilfen zur Lagerung überschüssiger Milch- und Fleischprodukte.

Im Rahmen der Vorschläge wird die Kommission Beihilfen für die private Lagerung von Milchpulver, Butter und Käse sowie Rind-, Schaf- und Ziegenfleisch für mindestens zwei bis drei Monate und höchstens fünf bis sechs Monate gewähren.

Milch-, Blumen- und Kartoffelerzeuger könnten kollektive Maßnahmen zur Stabilisierung ihrer Märkte ergreifen, beispielsweise durch geplante Produktion, um das normale EU-Wettbewerbsrecht für bis zu sechs Monate zu lockern.

Bestehende Marktstützungsprogramme für Wein, Obst und Gemüse sowie für Imker würden flexibler angewendet, um eine Neuausrichtung der Mittel auf das Krisenmanagement zu ermöglichen.

EU-Landwirtschaftskommissar Janusz Wojciechowski sagte, die Vorschläge seien zur Stabilisierung der Märkte gedacht und würden als der am besten geeignete Weg zur Unterstützung von Preisen und Produktion angesehen.

Die Kommission hoffte, die Maßnahmen bis Ende April zu verabschieden, nachdem die EU-Regierungen darüber abgestimmt hatten.

Der französische Milchsektor begrüßte die Maßnahmen, während der deutsche Bauernverband erklärte, die Kommission habe unter den gegenwärtigen Marktbedingungen die richtige Entscheidung getroffen.

Der europäische Landwirtschaftsverband Copa Cogeca sagte, die Schließung von Restaurants und Hotels habe dazu geführt, dass die Erzeuger den Markt für höherpreisige Produkte wie teurere Fleischstücke verloren hätten, was sich verheerend auf die Rendite mehrerer Sektoren auswirkte.

Die Kartoffelproduzenten litten auch darunter, dass es keine Restaurants gab, in denen Pommes verkauft werden konnten.

Bisher hat die Europäische Kommission angekündigt, dass die Landwirte länger Zeit hätten, um Direktzahlungen zu beantragen, während der Auszahlungsprozess beschleunigt werden könnte und lockere Vorschriften für staatliche Beihilfen bis zu 100.000 Euro pro Betrieb ermöglichen würden.

Rund 17 Milliarden Euro an nicht ausgegebenen Mitteln für die ländliche Entwicklung könnten auch an Landwirte umgeleitet werden, sagte Kommissar Wojciechowski zuvor. ($ 1 = 0,9251 Euro) (Berichterstattung von Philip Blenkinsop; Redaktion von Elaine Hardcastle)

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