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Die 80-Prozent-Regel: Ein Geheimnis der Langlebigkeit

In den sogenannten „Blue Zones“, Regionen, in denen Menschen eine außergewöhnlich hohe Lebenserwartung erreichen, ist eine spezifische Essgewohnheit weit verbreitet. Diese Zonen, die sich in Italien, Japan und Costa Rica befinden, sind bekannt für ihre hohe Zahl an Hundertjährigen. Forscher haben nun ein interessantes Konzept entdeckt, das möglicherweise zu ihrer Langlebigkeit beiträgt: die „80%-Regel“ oder „Hara Hachi Bu“.

Die Essgewohnheit der Okinawaner

Besonders in Okinawa, einer kleinen Insel in Japan, haben Forscher die Essgewohnheiten der dortigen Bewohner untersucht. Diese Menschen essen nach der „80%-Regel“, bei der sie ihre Mahlzeiten bewusst vor dem Erreichen des vollen Sättigungsgefühls beenden. Das bedeutet, dass sie nur bis zu 80% ihrer Kapazität essen und damit das Gefühl einer Völlerei vermeiden. Diese Praxis, die ursprünglich von den Okinawanern stammt, hat sich als Schlüssel zur langen Lebenserwartung herausgestellt.

Dan Buettner, der die Blue Zones untersucht hat, erklärt, dass es einen deutlichen Unterschied gibt, wie Amerikaner und Okinawaner den Punkt der Sättigung definieren. Während ein Amerikaner sagt „Ich bin voll“, sagen Okinawaner „Ich bin nicht mehr hungrig“. Diese moderate Essweise trägt nicht nur dazu bei, dass sich die Bewohner weniger träge fühlen, sondern unterstützt auch ihre langfristige Gesundheit.

Wissenschaftliche Unterstützung für weniger Kalorien

Studien zeigen, dass Okinawaner im Durchschnitt weniger Kalorien zu sich nehmen als ihre westlichen Pendants. Statt der üblichen 2.000 bis 2.500 Kalorien, konsumieren sie nur rund 1.900 Kalorien pro Tag. Diese kalorienreduzierte Ernährung steht im Zusammenhang mit einer geringeren Häufigkeit altersbedingter Erkrankungen wie Herzkrankheiten, Krebs und Diabetes.

Dr. Deborah Lee, Allgemeinmedizinerin bei Dr. Fox Pharmacy, unterstreicht ebenfalls die Vorteile dieser Ernährungsweise. „Kalorieneinschränkung kann helfen, den Alterungsprozess zu verlangsamen“, sagt sie. Weniger Kalorien bedeuten weniger metabolische Prozesse und damit weniger oxidative Stressreaktionen, die als Ursache vieler chronischer Krankheiten gelten.

Zusätzlich unterstützt Dr. Lee die Idee, dass langsames Essen dabei hilft, die 80%-Regel einzuhalten. Eine 2012 durchgeführte Studie bestätigte, dass langsames Essen mit größerer Zufriedenheit und weniger Hunger zwischen den Mahlzeiten verbunden ist. „Wenn man bewusst isst, langsam kaut und jedes Bissen gründlich genießt, kann man sich mit 80% der Mahlzeit satt fühlen“, erklärt sie.

Die 80%-Regel hat viele Vorteile. Man muss keine Kalorien zählen und es gibt keine verbotenen Nahrungsmittel. Die Methode lässt sich gut in den Alltag integrieren, auch bei einem vollen Terminkalender oder bei gesellschaftlichen Anlässen. Der Schlüssel liegt darin, gesunde Lebensmittel zu genießen und dabei eine bewusstere und maßvolle Ernährung zu praktizieren.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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