Der heilige Trick: Wie ein Priester Gachaguas Team rettete
In einem dramatischen Vorfall, der an einen Spionage-Thriller erinnert, gelang es der Sicherheitsmannschaft des ehemaligen stellvertretenden Präsidenten Rigathi Gachagua, sich in einem gefährlichen Einsatz zu retten, indem sie sich in Priestergewänder kleideten. Diese außergewöhnliche Flucht fand auf dem Gelände der Witima ACK Kirche in Othaya statt und wurde später von Gachagua selbst als lebensrettende List beschrieben.
Am vergangenen Sonntag geriet die Region Nyeri inmitten eines politischen Aufstands in ein Chaos. Während „Horden“ und Polizeikräfte angeblich die Kirche belagerten, nahm die Situation eine dramatische Wendung, als Gachagua seine Sicherheitsteams in Gefahr sah. In einer überraschenden Wendung des Geschehens trat der lokale Klerus beherzt ein und bot ihre eigenen Roben und Choruniformen an, um die Sicherheitskräfte zu tarnen.
Der „Heilige“ Trick
In einem Interview, das Stunden nach dem Vorfall geführt wurde, berichtete Gachagua von den dramatischen Momenten, in denen das heilige Gebäude zu einem Schlachtfeld wurde. Er erklärte, dass der Angriff eher wie ein gezieltes Attentat als wie eine normale Sicherheitsoperation aussah. „Sie kamen mit der Absicht, uns zu vernichten“, sagte Gachagua und fuhr fort: „Als wir erkannten, dass die Polizei Teil des Angriffs war, wussten wir, dass wir improvisieren mussten. Die wahre Heldentat gehörte dem Pfarrer und den Chormitgliedern. Sie zogen ihre Gewänder ab – die Symbole ihrer Heiligkeit – und gaben sie meinen Bodyguards.“
Durch diese schnelle Entscheidung gelang es Gachaguas Sicherheitskräften, unbemerkt aus dem Haupttor zu entkommen und sich unter die fliehenden Chormitglieder zu mischen. Gachagua selbst konnte durch einen Hintereingang entkommen, wobei die Einheimischen angeblich ein Stück des Zauns mit landwirtschaftlichen Werkzeugen durchbrachen, um ihm eine Fluchtmöglichkeit zu bieten.
Die Verwirrung im Inneren der Kirche ermöglichte es den verkleideten Bodyguards, sich unauffällig mit einer Prozession von Priesterfiguren unter den Augen der Polizei zu entfernen. Während die Polizei noch auf das Haupttor konzentriert war, verließen die „verkleideten“ Sicherheitskräfte durch das Hinterausgang.
Politische Konsequenzen
Der Vorfall hat nicht nur lokale Sicherheitsexperten auf den Plan gerufen, sondern auch ein politisches Erdbeben ausgelöst. Viele sehen das Ereignis als eine scharfe Erinnerung an die finsteren Zeiten der kenianischen Einparteienherrschaft, als die Kirche als einziger Zufluchtsort für Oppositionelle diente und oft selbst ins Visier des Staates geriet. Sicherheitsexperte George Musamali kritisierte das Vorgehen der Polizei und sagte: „Das Einsetzen von Tränengas in einer Kirche ist eine rote Linie, die selbst die autoritärsten Regime meiden.“
Der Vorfall hat die Anhänger von Gachagua in der Region Mount Kenya weiter mobilisiert und an seiner Popularität gewonnen. Was als Einschüchterungsversuch gedacht war, hat stattdessen einen Märtyrer hervorgebracht. Der Anblick eines Bodyguards, der einen Priesterumhang benötigt, um einer Polizeioperation zu entkommen, verdeutlicht das gespannte Verhältnis zwischen dem Staat und seinem ehemaligen stellvertretenden Präsidenten.
Die Frage bleibt jedoch: Wer gab den Befehl für den Einsatz? Gachagua selbst weist den Vorwurf der politischen Sabotage direkt an das Innenministerium zurück. „Sie dachten, sie könnten uns fangen“, sagte er. „Aber sie haben vergessen, dass wir, selbst im Tal des Todes, kein Übel fürchten.“