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„Das Wasser nahm ihn, aber wer nahm ihn zuerst?“ Ein Jahr nach dem Verschwinden von Brian Odhiambo fordert seine Familie Antworten

Ein Jahr nach dem mysteriösen Verschwinden des Fischers Brian Odhiambo, der nach einer angeblichen Festnahme durch KWS-Ranger im Lake Nakuru verschwand, fordert seine Mutter Elizabeth Auma endlich Antworten. Die Behauptung, dass ihr Sohn einfach verschwunden sei, bleibt inmitten einer beunruhigenden Serie ähnlicher Vorfälle und eines Schweigens der Behörden bestehen.

Am 18. Januar 2025 wurde der 33-jährige Fischer Brian Odhiambo von Rangern des Kenya Wildlife Service (KWS) angeblich während eines Fischfangs im Lake Nakuru Nationalpark festgenommen. Zeugen berichteten, dass er wegen des Verdachts der unbefugten Nutzung des geschützten Gewässers festgehalten wurde. Doch das war das letzte Mal, dass jemand ihn lebend sah. Seit 365 Tagen wartet seine Mutter Elizabeth Auma auf ein Lebenszeichen, doch der erhoffte Anruf bleibt aus.

„Sie zogen ihn einfach weg“

„Ich will nur wissen, ob mein Sohn tot oder lebendig ist“, sagte Auma den Medien, ihre Augen gezeichnet von schlaflosen Nächten und quälendem Warten. „Wenn er tot ist, gebt mir seinen Körper, damit ich ihn beisetzen kann. Wenn er im Gefängnis ist, sagt mir, in welchem.“

Untersuchungen der Directorate of Criminal Investigations (DCI) haben ein beunruhigendes Bild gezeichnet. Laut Ermittlern wurde Odhiambo tatsächlich von den KWS-Rangern festgenommen, doch es gibt keinerlei Beweise für seine Buchung in einer Polizeistation in Nakuru. Kein Gerichtstermin, keine Akte. Er scheint einfach „ausradiert“ worden zu sein. Die offizielle Haltung des KWS bleibt jedoch eine Mauer des Schweigens, was Spekulationen über extralegale Handlungen in den eingeschränkten Zonen des Parks nährt.

Ein wiederkehrendes Muster?

Der Fall von Brian Odhiambo ist kein Einzelfall. Fischer aus den Gemeinden rund um den Lake Nakuru und den Lake Naivasha beklagen schon lange die „Militarisierung“ des Naturschutzes. Während Wilderei ein ernstes Verbrechen ist, sei es nicht die Aufgabe der Ranger, Verdächtige einfach verschwinden zu lassen. Vielmehr sollten sie Verhaftungen vornehmen und die Täter vor Gericht bringen.

Menschenrechtsorganisationen in Nakuru stellen fest, dass das Fehlen jeglicher bürokratischer Aufzeichnungen auf ein systematisches Vertuschen hinweist. „Man kann einen Mann nicht einfach bei Tageslicht festnehmen und dann behaupten, er sei spurlos verschwunden“, sagte ein örtlicher Aktivist. „Der Park hat Tore, es gibt Aufzeichnungen. Wo ist Brian?“

Für Elizabeth Auma ist der Jahrestag des Verschwindens kein Moment des Gedenkens, sondern eine erneute schmerzhafte Erinnerung. Sie hat jedes Krematorium von Nakuru bis Gilgil aufgesucht, die Leichen unbekannter Männer durchgesehen, in der verzweifelten Hoffnung, dass keines dieser Gesichter das ihres Sohnes ist, aber auch mit der erschreckenden Sehnsucht nach einer endgültigen Antwort.

Während die Familie dieses traurige Jubiläum markiert, bleibt die Stille des Ministeriums für Tourismus und Wildtiere unerträglich. Für den Staat mag Brian Odhiambo nur ein einfacher Fischer gewesen sein, doch für seine Gemeinde war er ein Sohn, ein Freund und ein Bürger, dessen verfassungsmäßiges Recht auf Leben – oder zumindest ein ordentliches Verfahren – in den Schatten eines Nationalparks genommen wurde.

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Katrin Buhler

Katrin Bühler ist Redakteurin und Medienanalystin mit Schwerpunkt auf Technologie, Wissenschaft und Gesundheit. Sie analysiert gesellschaftliche Entwicklungen und digitale Trends und bereitet komplexe Themen verständlich und praxisnah auf.

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