Das Konzert von Beethoven ist so leicht wie das von Mozart.

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Das Konzert von Beethoven ist so leicht wie das von Mozart.

Eröffnung der Sommer-Soirée mit Musikern des Münchner Gärtnerplatztheaters im Säulenhof des ehemaligen Jesuitenkollegs.

Beethovens Musik ist so leicht wie die von Mozart.

Was wäre ein Horn, wenn es nicht die Gelegenheit eines Konzerts, zumal eines unter freiem Himmel, nutzen würde, um seinen Hornisten wenigstens ein bisschen in Verlegenheit zu bringen, und was wäre andererseits ein Hornist, wenn er das nicht mit größter Gelassenheit hinnehmen würde – schließlich entschädigt dieses wunderbare Instrument mit einem Klang, der so weich ist, dass man sich von ihm umhüllt fühlt wie von einer warmen Decke? Es eignet sich geradezu für ein Ständchen. Als Sommer-Soirée bezeichnet Organisator Franz Lichtenstern in dieser Saison seine Pop-up”-Konzertreihe im Hof des Jesuitenkollegs.

Was dort zu hören war, war – abgesehen von dem erwähnten kleinen Knaller, der lediglich als Randnotiz unter “Künstlerpech” zu vermerken ist – in zweierlei Hinsicht eine Rarität: Mit dem Beethoven-Schüler Ferdinand Ries stand ein Komponist auf dem Programm, der im Gegensatz zu seinem großen Lehrer heute fast völlig in der Versenkung verschwunden ist, und das zu Unrecht, wie sein gut komponiertes Notturno Nr. 1 B-Dur zeigt.

Die Besetzung des Stückes ausschließlich mit Bläsern, dazu ein souveräner Johannes Kaltenbrunner am Horn, war ein seltener Ohrenschmaus in der Reihe “Kammermusik im Bibliothekssaal”: Das waren die Klarinettisten Rolf Weber und Michael Meinel, die Fagottisten Cornelius Rinderle und Virgilio Oliveira sowie mit der Flöte Uta Sasgen, allesamt Orchesterkollegen in München. Die fünf einzigartigen Sätze des Nocturne boten den Künstlern Gelegenheit, ihre solistischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, vor allem aber dem Zuhörer durch ihr exzellentes Zusammenspiel ein gleichzeitig differenziertes und perfekt harmonierendes Hörerlebnis zu bieten.

Es folgte Ludwig van Beethoven, der sein Septett Es-Dur op. 20 für Violine, Viola, Cello, Kontrabass, Klarinette, Fagott und Horn vortrug. Beethoven wurde von der Nachwelt wegen der Kühnheit seiner Kompositionen und wohl auch wegen seines ungestümen Charakters als “Titan” bezeichnet, und als Folge dieser Kategorisierung wurde Beethovens Musik regelmäßig einer “ambitionierten” Überinterpretation unterzogen. Im Säulenhof das freudige Gegenteil: ein Beethoven, der, überspitzt gesagt, fast so leicht ist wie Mozart. Das Spiel der Konzertmeisterin Kumiko Yamauchi war schlank, das Vibrato der Geigerin zurückhaltend, ebenso wie das der Bratsche von Christa Jardine, des Cellos von Clemens Weigel und Thomas… Dies ist eine gekürzte Version der Information. Lesen Sie eine andere Nachricht weiter.

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