China vollstreckt Todesurteile gegen 11 Mitglieder eines globalen Betrugsnetzwerks
China hat am heutigen Tag die Todesstrafe gegen 11 Mitglieder eines internationalen Betrugsnetzwerks vollstreckt, das in den letzten Jahren Milliarden von Dollar ergaunert hat. Dies berichteten staatliche Medien, die die Hinrichtungen als Ergebnis eines umfassenden rechtlichen Verfahrens in der Stadt Wenzhou bestätigten. Die Verurteilten waren Teil eines umfangreichen Online- und Telefonbetrugssystems, das weltweit Menschen betrogen hat.
Verbrechen und Verurteilungen
Die Mitglieder des kriminellen Netzwerks stammten unter anderem aus der einflussreichen Ming-Verbrecherfamilie, deren Machenschaften mit dem Tod von 14 chinesischen Staatsbürgern in Verbindung gebracht werden. Die Urteile wurden vom Obersten Volksgerichtshof in Peking bestätigt, nachdem umfangreiche Beweise für die begangenen Straftaten seit 2015 vorgelegt worden waren. Zu den Vergehen der Verurteilten gehörten vorsätzliche Tötung, Körperverletzung, rechtswidrige Freiheitsberaubung, Betrug und die Errichtung illegaler Casinos.
In Übereinstimmung mit chinesischer Praxis durften die nahen Angehörigen der Verurteilten vor der Vollstreckung der Strafen noch Abschied nehmen. Diese Hinrichtungen erfolgen im Rahmen eines landesweiten Großangriffs auf kriminelle Netzwerke, die insbesondere auf betrügerische Online-Investitionen und romantische Beziehungen spezialisiert sind.
Internationale Auswirkungen und Ausweitung des Netzwerks
Der Betrug durch solche Netzwerke hat sich in den letzten Jahren zunehmend über Südostasien hinaus verbreitet. Laut der Vereinten Nationen sind mittlerweile Hunderttausende von Menschen in diese Betrügereien verwickelt, mit Aktivitäten, die sich inzwischen bis nach Südamerika, den Nahen Osten, Afrika und Europa erstrecken. Die Ming-Familie operierte ursprünglich aus Myanmar (Burma) und war in mehreren Ländern aktiv. 2023 übernahmen militante Gruppen die Kontrolle über Laukkaing, das dortige Zentrum der Familie, während Myanmar in einen Bürgerkrieg stürzte. Die dort festgenommenen Familienmitglieder wurden anschließend an China ausgeliefert.
Im September wurden über 20 weitere Mitglieder der Familie zu Haftstrafen verurteilt, die von fünf Jahren bis zu lebenslangen Strafen reichen. Weitere fünf Personen erhielten Todesurteile mit zweijähriger Begnadigung.
Im November letzten Jahres verurteilte China auch fünf Mitglieder der Bai-Familie zu Todesstrafen, die für ähnliche Betrugsoperationen verantwortlich gemacht wurden. China hat bereits Tausende von Betrugsverdächtigen aus den Grenzgebieten Myanmars repatriiert, um sie nach chinesischem Recht zu bestrafen.
Der Fall spiegelt Chinas entschlossenen Kampf gegen internationale Betrugsnetzwerke wider, mit dem Ziel, den globalen Einfluss solcher kriminellen Organisationen zu begrenzen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.