China soll Handys von britischen Regierungsbeamten jahrelang gehackt haben
Berichte über eine groß angelegte Cyber-Spionagekampagne werfen einen Schatten auf die britische Regierung. Chinesische Hacker haben offenbar in den Jahren 2021 bis 2024 die Handys hochrangiger Regierungsbeamter in Downing Street infiltriert. Die Angreifer, die als staatlich unterstützt gelten, konnten private Kommunikation von Beratern der Premierminister Boris Johnson, Liz Truss und Rishi Sunak abfangen und an Beijing weiterleiten.
Während noch unklar ist, ob auch die Handys der Premierminister selbst betroffen waren, berichtet The Telegraph, dass die Hackerangriffe tief in das Herz von Downing Street eindrangen. Den Berichten zufolge könnten die Angreifer Zugang zu Textnachrichten, Telefonanrufen und Metadaten der Mobiltelefone gehabt haben.
Cyber-Angriff auf die britische Regierung
Die umfangreiche Spionageoperation, die unter dem Namen „Salt Typhoon“ bekannt ist, könnte die britische nationale Sicherheit ernsthaft gefährdet haben. US-amerikanischen Geheimdienstquellen zufolge läuft die Operation noch immer und könnte auch andere Politiker wie den Labour-Führer Keir Starmer und seine engsten Mitarbeiter betroffen haben.
Der britische Geheimdienst MI5 hatte bereits im November 2025 vor den Bedrohungen durch chinesische Spione gewarnt, was die Besorgnis über die nationale Sicherheit verstärkte. Doch Kritiker werfen der Labour-Partei vor, ihre Haltung gegenüber China zu weich zu gestalten, um wirtschaftliche Vorteile aus Handelsabkommen zu sichern.
Während der Premierminister weiterhin nach China reist, um Investitions- und Handelsbeziehungen zu stärken, sorgt eine geplante chinesische Mega-Botschaft in London für zusätzliche Spannungen. Alicia Kearns, Schattenministerin für nationale Sicherheit, forderte die Regierung auf, „endlich aufzuhören, Xi Jinping gegenüber zu kriechen und sich als die große Nation zu zeigen, die wir sind“.
Es bleibt jedoch unklar, welche spezifischen Informationen die chinesischen Hacker durch die Angriffe auf die Handys der Beamten tatsächlich erlangt haben. Experten beschreiben „Salt Typhoon“ als eine der erfolgreichsten Spionageoperationen in der Geschichte der Cyberkriminalität, die es den Hackern ermöglichte, Telefonate nach Belieben zu protokollieren.
Die chinesische Regierung hat die Anschuldigungen als „grundlos“ und „beweislos“ zurückgewiesen und betont, dass China ein „fester Verteidiger der Cybersicherheit“ sei.