Burundi ersetzt den 15-jährigen Präsidenten

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KIGALI, Ruanda

Trotz der Bedrohung durch die Coronavirus-Pandemie gingen die Wähler in Burundi am Mittwoch zu den Wahlen, um einen Ersatz für Präsident Pierre Nkurunziza zu wählen, der das Land seit 15 Jahren regiert.

In dem Land mit 11 Millionen Einwohnern werden nach Angaben der Unabhängigen Nationalen Wahlkommission voraussichtlich mehr als fünf Millionen Menschen für einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament stimmen.

Insgesamt wurden 14.718 Wahllokale im ostafrikanischen Binnenland eingerichtet. Die Abstimmung beginnt um 6:00 Uhr Ortszeit (0400 GMT) und endet um 16:00 Uhr. (1400 GMT).

Sieben Kandidaten wetteifern darum, Präsident Nkurunziza zu ersetzen, aber Analysten sehen zwei von ihnen als die Top-Kandidaten.

Sie sind Evariste Ndayishimiy, der Kandidat für die regierende CNDD-FDD-Partei, und der Kandidat des Nationalen Oppositionskongresses für Freiheit (CNL), Agathon Rwasa.

Die Kandidaten haben sich für ein Versprechen eingesetzt, die Wirtschaft zu reparieren, Arbeitsplätze zu schaffen und das Land zu vereinen.

Ndayishimiye, ein pensionierter General, war Teil der Rebellenbewegung mit Nkurunziza während des Bürgerkriegs von 1993 bis 2005, bei dem rund 300.000 Menschen getötet wurden.

Rwasa, der frühere Vorsitzende einer anderen Rebellengruppe, ist der derzeitige stellvertretende Sprecher des Parlaments und hat bei zwei früheren Präsidentschaftswahlen verloren.

Der Wahlkampf, der am 27. April begann und am Sonntag endete, war von sporadischer Gewalt zwischen Anhängern der Regierungspartei und CNL geprägt.

Vor der Abstimmung appellierten beide Parteien an den Frieden und ermutigten die Anhänger, für eine starke Wahlbeteiligung zu sorgen.

Eine weitere potenzielle Bedrohung ist die verstärkte Übertragung von Coronaviren im Land, in dem bisher nur 42 Fälle und ein Todesfall verzeichnet wurden.

Alain-Guillaume Bunyoni, der Minister für öffentliche Sicherheit, warnte die Wähler vor überfüllten Wahllokalen und sagte, sie würden gegen die Wahlgesetze verstoßen.

Burundi befindet sich seit 2015 in einer politischen Krise, als Nkurunziza eine umstrittene dritte Amtszeit anstrebte.

Mehr als 330.000 Burundier flohen nach Angaben der Vereinten Nationen nach Ruanda, Tansania, Uganda und in die DR Kongo, um der Gewalt zu entkommen.

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