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„Britisches FBI“ soll schwerwiegende Verbrechen mit großer Polizeireform bekämpfen

Die britische Polizei steht vor einer tiefgreifenden Umstrukturierung, die unter anderem die Schaffung eines nationalen Polizeidienstes (NPS) vorsieht. Diese Reformen sollen die Bekämpfung komplexer und schwerwiegender Straftaten wie Terrorismus, Betrug und organisierte Kriminalität in Großbritannien verbessern.

Zusammenführung der nationalen Polizeikräfte

Im Rahmen der Reformen wird die neue National Police Service (NPS) eine zentrale Rolle in der Bekämpfung von schweren und komplexen Verbrechen spielen. Der NPS wird bestehende Behörden wie die National Crime Agency (NCA) sowie regionale Einheiten zur Bekämpfung organisierter Kriminalität unter einem Dach vereinen. Dies umfasst auch Bereiche wie Counter-Terror Policing, den National Police Air Service und die National Roads Policing, die künftig Teil des NPS sein werden.

Die britische Regierung erhofft sich durch diese Reformen eine Entlastung der lokalen Polizeikräfte, die derzeit mit der Bewältigung nationaler Aufgaben überlastet sind und dadurch weniger Kapazitäten für die Bekämpfung von Alltagskriminalität haben. „Das derzeitige Modell ist für ein anderes Jahrhundert gebaut“, erklärte Innenministerin Shabana Mahmood, die die Reformen in dieser Woche vorstellen wird. Sie fügte hinzu, dass einige Polizeikräfte nicht über die notwendigen Fähigkeiten oder Ressourcen verfügen, um mit modernen, komplexen Verbrechen fertigzuwerden.

Der NPS wird von einem National Police Commissioner geleitet, der als höchster Polizeichef des Landes fungieren wird. Dies wird auch die Einführung eines neuen nationalen öffentlichen Ordnungsbeauftragten beinhalten, der für den Umgang mit landesweiten Störungen zuständig ist, eine Maßnahme, die als Reaktion auf die Unruhen von 2024 eingeführt wird.

Erwartete Effizienzsteigerungen und Einsparungen

Ein weiteres Ziel der Reformen ist die Schaffung einer nationalen Forensik-Diensteinheit, die eine signifikante Rückstandsabwicklung bei der Untersuchung von etwa 20.000 digitalen Geräten ermöglicht. Zusätzlich sollen regionale Kriminalitätszentren eingerichtet werden, um Delikte wie Drogenhandel, schwere Betrugsfälle und sexuellen Missbrauch von Kindern gezielt anzugehen.

Die Zentralisierung des Polizeieinkaufsprozesses wird erwartet, um erhebliche Einsparungen zu erzielen. Es wird prognostiziert, dass die Reformen bis zur nächsten Wahl Einsparungen in Höhe von 350 Millionen Pfund ermöglichen werden, indem Ressourcen wie Uniformen und Ausstattungen auf nationaler Ebene zentral beschafft werden.

Die Schaffung des NPS kommt auch mit weiteren Änderungen, wie etwa der Reduzierung der Anzahl der Polizeikräfte in England und Wales sowie der Abschaffung von Polizei- und Kriminalkommissaren. Diese Änderungen sollen dazu beitragen, die Polizeiarbeit effizienter und kostengünstiger zu gestalten.

Die Reformen wurden von führenden Polizeivertretern, darunter Graeme Biggar, dem Leiter der National Crime Agency, unterstützt. Sie sind jedoch auch auf Skepsis gestoßen. Der Schatten-Innenminister Chris Philp warnte davor, dass solche „top-down“ Umstrukturierungen die Bemühungen zur Bekämpfung von Verbrechen auf lokaler Ebene untergraben könnten.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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