Britischer Neuwagenmarkt startet mit 3,4 Prozent Wachstum ins Jahr
Der britische Neuwagenmarkt hat im Januar 144.127 Fahrzeuge neu zugelassen. Das entspricht einem Zuwachs von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, als es 139.345 Fahrzeuge waren, wie der Verband der Automobilhersteller und -händler (SMMT) mitteilt. Es handle sich um die stärkste Januarperformance der Branche seit dem Jahr 2020, also vor den Coronavirus-Beschränkungen.
Elektroautoanteil auf niedrigstem Stand seit fast zwei Jahren
Auffällig ist die Entwicklung im Segment der rein batterieelektrischen Fahrzeuge (BEV). Deren Marktanteil sank im Januar auf 20,6 Prozent – der niedrigste monatliche Wert seit April 2025. Die Neuzulassungen von Elektroautos stiegen im Jahresvergleich nur marginal um 0,1 Prozent an. Der SMMT führt dies auf einen Nachfragevorzieheffekt zurück: Ende vergangenen Jahres hätten Hersteller noch „stark“ gepusht, um regulatorische Ziele zu erfüllen, was den Januarmarkt „beeinflusst“ habe.
Unterdessen legten Plug-in-Hybride, die sowohl einen Verbrennungsmotor als auch einen per Stecker aufladbaren Elektroantrieb haben, kräftig um 47,3 Prozent zu. Die Zulassungen neuer Benziner gingen um 1,9 Prozent zurück.
Die Zahlen stehen im Kontrast zu den staatlichen Vorgaben. Durch das Zero-Emission Vehicle (ZEV)-Mandat muss in diesem Jahr mindestens ein Drittel (33 Prozent) der von jedem Hersteller verkauften Autos emissionsfrei sein, was in der Regel rein elektrische Antriebe bedeutet. Den Unternehmen stehen jedoch Flexibilitäten offen, etwa durch den Verkauf vieler Plug-in-Hybride, um die Vorgaben zu erfüllen.
Branche warnt vor Verzögerung bei der Umstellung
SMMT-Chef Mike Hawes sieht zwar Anzeichen für ein Wachstum der Elektromobilität bis Jahresende, äußerte jedoch Bedenken: „Das Tempo des Übergangs verlangsamt sich jedoch möglicherweise und liegt sicherlich hinter den gesetzlich vorgeschriebenen Zielen.“ Angesichts des geplanten Endes des Verkaufs neuer reiner Benziner und Diesel in weniger als vier Jahren forderte er eine umfassende Überprüfung der Transition, „damit die Ambitionen mit der Realität übereinstimmen können“.
Ian Plummer, Commercial Director des Online-Marktplatzes Autotrader, nannte die „nahezu flache“ Entwicklung der reinen Elektroautos „ein erstes Warnsignal“, da sie „deutlich unter dem 33-Prozent-Mandat“ lägen. Zwar erwäge fast zwei Drittel der Autokäufer ein E-Auto als nächstes Fahrzeug, doch müsse daraus ein tatsächlicher Kauf werden. Für eine Massenadaption sei der Gebrauchtwagenmarkt entscheidend, doch hier sei die Erschwinglichkeit eine zentrale Hürde. Er forderte mehr staatliche Unterstützung, etwa die Ausweitung der Elektroauto-Förderung auf Gebrauchtfahrzeuge.
Tanya Sinclair, Chefin der Interessengruppe Electric Vehicles UK, relativierte: „Die Zulassungen von batterieelektrischen Autos mögen im Januar etwas nachgegeben haben, während Plug-in-Hybride aufgrund von Rabatten zulegten.“ Die britischen Verbraucher bewegten sich weiterhin hin zu Autos mit Stecker und weg von denen ohne.