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Britische Urlauberin in Südafrika vermisst: Verdacht auf rituellen Mord

Die südafrikanische Polizei untersucht den gewaltsamen Tod einer britischen Seniorin im Zusammenhang mit sogenannten Muti-Killings. Die 71-jährige Lorna McSorley war im vergangenen September während eines Wanderausflugs in der Provinz KwaZulu-Natal spurlos verschwunden.

Letzte Begegnung mit einem Farmer

McSorley befand sich auf einem zweiwöchigen Pauschalurlaub des Anbieters Tui mit ihrem Partner Leon Probert (81). Vom Ghost Mountain Inn aus machte sich das Paar aus Devon am 27. September gegen 14.30 Uhr zu einem Spaziergang auf. Nach einer halben Stunde kehrte Probert allein ins Hotel zurück, während seine Partnerin mit einer A4-Karte einen etwa fünf Kilometer langen Rundweg zum See fortsetzte.

Der letzte Mensch, der die Frau lebend sah, war der örtliche Farmer Koos Prinsloo. McSorley hatte sich offenbar verlaufen und ihn um Wegweisung gebeten. Prinsloo beschrieb sie der Times gegenüber als „entspannt“. Er bot ihr eine Rückfahrt zur Unterkunft an, was sie ablehnte. Um 17.30 Uhr, eineinhalb Stunden nach ihrer erwarteten Rückkehr, erstattete Probert Vermisstenanzeige.

Eine großangelegte Suche mit Freiwilligen, Spürhunden, Drohnen und Wasserfahrzeugen blieb erfolglos. Außer der Karte wurde nichts von der 71-Jährigen gefunden. Ihre Bankkarte wurde nie verwendet. Die offiziellen Suchmaßnahmen wurden am 4. Oktober eingestellt.

Körperteile für traditionelle „Medizin“

Ermittler gehen mittlerweile davon aus, dass McSorley einem „Muti“-Ritual zum Opfer fiel. Dabei handelt es sich um einen regionalen Aberglauben, bei dem traditionelle Heiler, sogenannte Inyangas, Mittel aus pflanzlichen und tierischen – mitunter auch menschlichen – Substanzen herstellen. Der Name leitet sich vom Zulu-Wort „Umuthi“ für Medizin ab.

Für diese Praktiken, die vor allem im Norden Südafrikas verbreitet sind, werden manchmal Körperteile von ermordeten Menschen beschafft. Die Heiler besorgen diese selten selbst, sondern bedienen sich eines Netzwerks von Zwischenhändlern. Die Stadt Mkuze, nahe dem Ghost Mountain Inn, ist für ihre Muti-Märkte bekannt. Anwohner beschreiben die Muti-Killings als ernste Gefahr in der Region, der auch schon Kinder zum Opfer gefallen sein sollen.

Etablierte Muti-Organisationen in Südafrika distanzieren sich öffentlich von der Verwendung menschlicher Überreste und betonen, dass dies nicht den authentischen Traditionen entspräche.

Der Bruder der Vermissten, Geoff Sheward, nannte einen solchen Tod das „Schlimmste“, was er sich vorstellen könne, und sagte, sie müsse „zu Tode geängstigt“ gewesen sein. Leon Probert äußerte tiefe Reue, die Wanderung vorzeitig abgebrochen zu haben. „Ich habe Schuldgefühle, dass ihr nichts passiert wäre, wenn ich bei ihr geblieben wäre“, so der ehemalige Logistikfachmann. Er deutete das vollständige Fehlen von Überresten als Indiz dafür, dass sie für ihre Körperteile entführt wurde.

Die Polizei von KwaZulu-Natal äußerte sich nicht zu laufenden Ermittlungen. Das Ghost Mountain Inn betonte, die Sicherheit der Gäste habe höchste Priorität, und der Weg zum See sei bei Besuchern allein oder in Begleitung beliebt. Das britische Außenministerium erklärte, man stehe mit den lokalen Behörden in Kontakt und unterstütze die Familie.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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