Britische Regierung hofft auf Freilassung von Jimmy Lai nach Gesprächen mit China
Ein „offener Dialog“ mit China könnte hoffentlich zur Freilassung des inhaftierten 78-jährigen britischen Bürgers Jimmy Lai führen, sagte ein hochrangiger Minister. Diese Bemerkung fiel im Rahmen eines Gesprächs über den Fall des prominenten Hongkonger Demokratieaktivisten während des jüngsten Besuchs von Sir Keir Starmer in China.
Der Premierminister hatte den Fall von Lai direkt bei seinem Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping in Peking angesprochen. Lai, der Gründer der mittlerweile eingestellten Hongkonger Zeitung Apple Daily, ist seit 2020 unter dem umstrittenen Nationalen Sicherheitsgesetz Hongkongs in Haft, größtenteils in Einzelhaft. Er gilt als eine der führenden Persönlichkeiten der pro-demokratischen Bewegung der Region.
Hoffnung auf Fortschritte durch Gespräche
Im Gespräch mit Sky News äußerte sich der britische Minister für Gemeinschaften, Steve Reed, zuversichtlich. „Wir alle wünschen uns, dass Jimmy Lai freigelassen wird“, erklärte er. „Die Tatsache, dass es jetzt einen offenen Dialog mit China gibt, und dass der Premierminister dieses Thema direkt mit Präsident Xi angesprochen hat, bedeutet, dass es einen offenen Kommunikationskanal gibt, der zu seiner Freilassung führen könnte.“
Reed betonte jedoch, dass solche Angelegenheiten nicht sofort gelöst werden und dass der britische Staat weiterhin auf den Dialog setzen werde. „Ohne Dialog gibt es keine Chance, mit Dialog aber besteht Hoffnung“, sagte er weiter. Der Minister gab zu, dass es Zeit brauchen könnte, bis eine Lösung gefunden wird, aber er versicherte, dass die britische Regierung den Fall nicht aus den Augen verlieren werde.
Eine Gruppe von Abgeordneten, darunter Mitglieder der überparteilichen Parlamentarischen Gruppe für Arbiträre Inhaftierungen und Geiselnahme, hatte die britische Regierung zuvor gedrängt, Lai’s Fall bei ihrem Gespräch mit der chinesischen Führung zur Sprache zu bringen. Sie warnte davor, dass eine langjährige Haftstrafe für den 78-Jährigen de facto einem Todesurteil aufgrund seines Alters und Gesundheitszustands gleichkäme.
Lord Chris Patten, der letzte britische Gouverneur von Hongkong, äußerte sich ebenfalls kritisch und bezeichnete es als „peinlich“, wenn Sir Keir Starmer den Fall Lai zu Beginn seines Treffens mit Xi nicht angesprochen hätte.
Der Schatten-Innenminister Chris Philp kritisierte derweil, dass der Premierminister von seiner vier Tage dauernden Reise nach China „mit leeren Händen“ zurückgekehrt sei. Dennoch begrüßte er den Schritt, dass China Sanktionen gegen britische Abgeordnete aufgehoben hatte, bezeichnete diesen aber als „kleinen Schritt in die richtige Richtung“.
Philp wies zudem darauf hin, dass die chinesischen Spionageaktivitäten gegen den Westen, insbesondere gegen Großbritannien, nicht ohne Folgen bleiben würden. „China hat, was es wollte – ein riesiges neues Botschaftsgebäude direkt neben dem Tower of London, das als Stützpunkt für Spionage in Großbritannien und ganz Europa dienen wird“, erklärte Philp abschließend.