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BBC-Journalist Sir Mark Tully im Alter von 90 Jahren gestorben

Der renommierte BBC-Journalist Sir Mark Tully, bekannt für seine bahnbrechende Berichterstattung über Südasien, ist im Alter von 90 Jahren verstorben. Tully hatte über Jahrzehnte hinweg weltweit Anerkennung für seine detaillierte und einfühlsame Berichterstattung über historische Ereignisse in Indien, Bangladesch und anderen südasiatischen Ländern erlangt.

Ein Leben im Dienste des Journalismus

Sir Mark Tully prägte als BBC-Korrespondent über 30 Jahre lang die Berichterstattung aus Südasien, darunter die Gründung Bangladeschs, die Militärdiktaturen in Pakistan, der Aufstand der Tamil Tigers in Sri Lanka und die sowjetische Invasion in Afghanistan. Tully, der 1935 in Indien geboren wurde und im Alter von neun Jahren nach Großbritannien zog, verbrachte mehr als 20 Jahre als Bürochef der BBC in Neu-Delhi. In den 1960er Jahren begann er seine Karriere bei der BBC und zog 1965 nach Indien, zunächst als Verwaltungsassistent, bevor er die Rolle des Reporters übernahm.

Indiens Premierminister Narendra Modi würdigte den verstorbenen Journalisten in einer offiziellen Erklärung und bezeichnete ihn als „eine der größten Stimmen des Journalismus“. Auf X (ehemals Twitter) schrieb Modi: „Sein Bezug zu Indien und den Menschen dieses Landes war in seinen Arbeiten deutlich sichtbar. Sein Bericht und seine Einsichten haben einen bleibenden Einfluss auf die öffentliche Diskussion hinterlassen. Mein Beileid gilt seiner Familie, seinen Freunden und vielen Bewunderern.“

Sir Mark hatte 1994 die BBC verlassen, nachdem er die neuen Managementpraktiken des Senders kritisiert hatte. Später wurde er Moderator der BBC-Radiosendung „Something Understood“, die sich mit religiösen und spirituellen Themen beschäftigte und bis 2019 ausgestrahlt wurde. In einem Interview mit der „Radio Times“ drückte er Bedauern über seine Entscheidung aus und betonte, dass die BBC „das Potenzial“ dieser Sendung unterschätzt habe.

Ehrungen und Anerkennung

Für sein Lebenswerk wurde Sir Mark mehrfach ausgezeichnet. 2002 wurde er von Prinz Charles, dem heutigen König Charles, in einer Zeremonie im Buckingham Palace zum Ritter geschlagen. Darüber hinaus erhielt er zwei der höchsten zivilen Auszeichnungen Indiens: den Padma Shri und den Padma Bhushan. Als eine der bekanntesten Stimmen des internationalen Journalismus wurde Sir Mark Tully in beiden Ländern hoch respektiert. BBC-Nachrichtenchef Jonathan Munro erinnerte sich an ihn als „eine Freude im Gespräch“ und betonte, dass er „sehr vermisst“ werde.

Mohit Bakaya, der Direktor von BBC Radio 4, sagte, dass Sir Mark „eine nachdenkliche, großzügige und nachdenkliche Person“ war, deren Vermächtnis weit über seine Arbeit als Auslandskorrespondent hinausgeht. „Seine Sendungen waren nie von Sicherheit oder Belehrung geprägt, sondern von Neugier, Mitgefühl und der Bereitschaft, Raum für Komplexität zu schaffen. Sir Mark verkörperte den Geist von Radio 4 in seiner besten Form; nachdenklich, großzügig und suchend, und seine Stimme wird von Kollegen und Zuhörern gleichermaßen sehr vermisst.“

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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