Arzt warnt vor gefährlicher Kombination: Paracetamol nicht mit gängigem Schmerzmittel einnehmen
Häufiger Fehler mit schwerwiegenden Folgen
Eine häufige Fehlmedikation kann zu lebensgefährlichen Lebervergiftungen führen. Der Hausarzt Dr. Abdul warnt in einem Social-Media-Video davor, das frei verkäufliche Schmerzmittel Paracetamol mit dem verschreibungspflichtigen Medikament Co-codamol zu kombinieren. Der Grund ist einfach, wird aber oft übersehen: Co-codamol enthält bereits Paracetamol als Wirkstoffbestandteil.
Viele Patienten, die wegen starker Schmerzen Co-codamol einnehmen, würden bei unzureichender Wirkung zusätzlich reines Paracetamol nehmen, erklärte der Arzt. So könne man unwissentlich eine gefährliche Überdosis des schmerzstillenden Stoffs anhäufen. Die maximale Tagesdosis von vier Gramm Paracetamol sei schnell überschritten.
Zwei Wirkstoffe in einer Tablette
Paracetamol ist eines der am häufigsten verwendeten Medikamente in Großbritannien, mit etwa 200 Millionen jährlich ohne Rezept verkauften Packungen. Es wirkt gegen Schmerzen und Fieber und wird von Dr. Abdul scherzhaft als „bester Freund des Hausarztes“ bezeichnet.
Co-codamol hingegen ist ein Kombinationspräparat für mittlere bis starke Schmerzen. Jede Tablette enthält typischerweise 500 Milligramm Paracetamol sowie Codein, ein Opioid. Das „-mol“ im Namen weist auf den Paracetamol-Anteil hin.
Eine Überdosierung von Paracetamol ist ein medizinischer Notfall, der zu schweren Leberschäden bis hin zum vollständigen Leberversagen mit tödlichem Ausgang führen kann. Besonders riskant ist die Einnahme zusammen mit Alkohol.
Für Patienten, die mit Co-codamol nicht ausreichende Schmerzlinderung erfahren, empfehlen Experten daher andere frei verkäufliche Alternativen wie Ibuprofen oder Aspirin. Diese können sicher mit Co-codamol kombiniert werden.
Vorsicht ist auch bei anderen paracetamolhaltigen Mitteln geboten. Dazu zählen Schmerzmittel wie Tramacet und Co-dydramol, Migränepräparate sowie viele Erkältungsmittel wie Lemsip und Night Nurse. Zudem kann Co-codamol die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen und umgekehrt. Patienten sollten ihren Arzt daher stets über alle eingenommenen Arzneimittel informieren.