Anstieg der Kindersterblichkeitsprognose in von Pandemien betroffenen Entwicklungsländern

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Die Zahl der Todesfälle aufgrund vermeidbarer Krankheiten bei Kindern unter fünf Jahren könnte in den nächsten sechs Monaten um fast 45 Prozent steigen, da die COVID-19-Pandemie die knappen Gesundheitsressourcen in Entwicklungsländern umleitet, heißt es in einem UN-Bericht am Dienstag.

In ärmeren Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika könnten laut der von The Lancet Global Health veröffentlichten Studie im Berichtszeitraum weitere 1,2 Millionen Säuglinge sterben.

Etwa 56.700 weitere Todesfälle bei Müttern könnten in sechs Monaten auftreten, über die 144.000 Todesfälle hinaus, die bereits in denselben 118 Ländern verzeichnet wurden, was einem Anstieg von etwa 40 Prozent entspricht.

Die Ergebnisse basierten auf einem Computermodell, das die Auswirkungen einer Verringerung der Familienplanung, der vor- und nachgeburtlichen Betreuung, der Entbindung von Kindern, der Impfungen sowie der Präventions- und Heilungsdienste berechnete.

“Im schlimmsten Fall könnte die weltweite Zahl der Kinder, die vor ihrem fünften Geburtstag sterben, zum ersten Mal seit Jahrzehnten steigen”, sagte Henrietta Fore, Geschäftsführerin von UNICEF.

„Wir dürfen nicht zulassen, dass Mütter und Kinder im Kampf gegen das Virus Kollateralschäden erleiden. Und wir dürfen nicht zulassen, dass jahrzehntelange Fortschritte bei der Reduzierung vermeidbarer Todesfälle bei Kindern und Müttern verloren gehen. “

Die meisten zusätzlichen Todesfälle bei Kindern würden durch Unterernährung und eine Verringerung der Behandlung von Sepsis und Lungenentzündung bei Neugeborenen verursacht.

Die Studie ergab, dass Bangladesch, Brasilien, die Demokratische Republik Kongo, Äthiopien, Indien, Indonesien, Nigeria, Pakistan, Uganda und die Vereinigte Republik Tansania die 10 Länder waren, in denen die meisten zusätzlichen Todesfälle bei Kindern zu verzeichnen waren.

UNICEF sagte, es sei besonders alarmiert über die Auswirkungen der Pandemie.

Dazu gehörten zig Millionen Kinder, denen Masernimpfungen verpasst wurden, und rund 370 Millionen Kinder, die normalerweise auf Schulmahlzeiten angewiesen sind und nach anderen Nahrungsquellen suchen müssen.

UNICEF sagte, es starte eine neue globale Kampagne namens “#Reimagine”, um zu verhindern, dass die Pandemie zu einer dauerhaften Krise für Kinder wird.

Die Organisation appelliert dringend an Regierungen, die Öffentlichkeit, die Geber und den privaten Sektor, darauf zu reagieren.

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