TÜRKEI

Die Türkei hat einem Bericht widersprochen, wonach Präsident Recep Tayyip Erdoğan im Streit mit den USA um die Lieferung russischer Luftabwehrraketen eingelenkt habe.

“Die S-400-Lieferung ist beschlossene Sache”, erklärte der türkische Präsidentensprecher Fahrettin Altun im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Die “Bild”-Zeitung (Samstagsausgabe) hatte zuvor mit Verweis auf einen hochrangigen Diplomaten in Ankara berichtet, die Türkei verzichte aus Furcht vor weiteren US-Sanktionen auf das Rüstungsgeschäft mit Russland.

Auch aus Moskau kam ein Dementi: Die russische Nachrichtenagentur Interfax zitierte eine ungenannte Quelle aus Militärkreisen, wonach es “keinerlei Veränderungen” an dem Vertrag gebe. Die Lieferung der S-400-Raketen werde vorbereitet.

Die Patriot-Raketen der Nato, die das Gegenstück zu den russischen S-400-Systemen bilden, waren der Türkei verwehrt worden, weshalb sie sich zu einer Alternativlösung gedrängt fühlte. Der Beschluss zum Kauf der S-400-Raketen stieß bei den Nato-Partnern dennoch auf Kritik. Die USA und andere Nato-Länder sind besorgt, dass Russland über das S-400-System Informationen zu Waffentechniken des Bündnisses erlangt. Die Türkei hingegen hält diese Behauptungen für überzogen, da die S-400-Systeme nicht in die Nato-Technik eingebunden würden. Ankara ist aktuell ein beiden Raketensystemen interessiert, betont aber die Vorzüge des S-400-Kaufs, das einen Technologietransfer mit einschließt.

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