Andrew und Mandelson unter Druck, ihre Verbindungen zu Epstein offenzulegen
Andrew Mountbatten-Windsor und Lord Mandelson sehen sich wachsendem Druck ausgesetzt, gegenüber den US-amerikanischen Abgeordneten auszusagen, was sie über Jeffrey Epstein wissen. Dies geschieht, nachdem eine umfangreiche Dokumentenveröffentlichung des US-amerikanischen Justizministeriums sie mit Epstein in Verbindung bringt. Beide sind nun Teil einer breiteren Untersuchung, die auf die finsteren Machenschaften des verurteilten Pädophilenfinanziers abzielt.
Resignation und Forderungen nach Transparenz
Lord Mandelson, der sich nun von seiner Mitgliedschaft in der Labour Party zurückgezogen hat, erklärte, er wolle der Partei keine „weitere Peinlichkeit“ bereiten. Der Rücktritt erfolgt im Zusammenhang mit neuen Vorwürfen, die sich auf Zahlungen beziehen, die Epstein in den Jahren 2003 und 2004 an ihn geleistet haben soll. Diese Zahlungen in Höhe von 75.000 US-Dollar, die durch Bankauszüge belegt werden, werfen Fragen zur genauen Rolle des ehemaligen britischen Ministers auf. Mandelson bestritt jedoch, sich an diese Zahlungen zu erinnern und bezeichnete sie als „falsch“. In einem Brief an die Partei sagte er, dass er diese Angelegenheit selbst untersuchen wolle.
Die Veröffentlichung von mehr als drei Millionen Dokumenten durch die US-amerikanischen Behörden brachte auch weitere brisante Details ans Licht. Unter anderem zeigte ein Austausch von E-Mails aus dem Jahr 2009, dass Mandelson Epstein darüber informierte, er werde sich für die Lobbyarbeit bezüglich einer Steuer auf Bankerboni einsetzen.
Doch nicht nur Mandelson ist betroffen. Auch Andrew, der in der Öffentlichkeit als der entthronte Bruder des britischen Königs Charles bekannt ist, taucht in den veröffentlichten Dokumenten auf. Ein Bild zeigt eine Person, die verdächtig nach ihm aussieht und sich über eine unbekannte Frau beugt, die auf dem Boden liegt. Dies bezieht sich auf frühere Vorwürfe von Missbrauch und Verstrickung in die Machenschaften von Epstein, die 2022 zu einer Millionenentschädigung an Virginia Giuffre führten, die behauptete, von Epstein und seiner damaligen Partnerin Ghislaine Maxwell als Jugendliche missbraucht worden zu sein.
Andrew, der ebenfalls zu den prominenten Persönlichkeiten gehört, die in Epsteins Kreisen verkehren, hat sämtliche Vorwürfe stets bestritten und die Zahlung an Giuffre als „Unschuldsbekenntnis“ dargestellt. Die britische Öffentlichkeit und politische Kreise fordern nun von ihm, vor dem US-amerikanischen Kongress auszusagen, um zur Aufklärung beizutragen.
Der britische Minister für Kommunen, Steve Reed, unterstützte diese Forderung und betonte, dass sowohl Andrew als auch Lord Mandelson eine „moralische Verpflichtung“ hätten, alles zu tun, um den Opfern von Epstein Gerechtigkeit zu verschaffen. Reed sagte, dass jede Information, die zur Aufklärung beitrage, wichtig sei – sei es von Andrew, Mandelson oder anderen Beteiligten.
US-Behörden sollen Berichten zufolge bereits ein Vorladungsschreiben vorbereiten, um Lord Mandelson vor einem Kongressausschuss in Washington erscheinen zu lassen. Diese rechtlichen Schritte unterstreichen die ernsthafte Haltung der US-amerikanischen Justiz, die in der Aufklärung des Epstein-Netzwerks immer weiter voranschreitet.