Wegen eines Fahnenmarsches in Jerusalem befürchten die Befürworter eine weitere Eskalation in Israel.

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Wegen eines Fahnenmarsches in Jerusalem befürchten die Befürworter eine weitere Eskalation in Israel.

Der jüngste Fahnenmarsch in Jerusalem wurde aufgrund von Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen abgesagt. Der Marsch soll bald wieder aufgenommen werden, was den Druck auf Israels neue Regierung erhöht.

Befürchtung einer verstärkten Eskalation als Folge des Fahnenmarsches in Jerusalem

Mit einem Großaufgebot an Sicherheitskräften bereitet sich Israel auf einen geplanten Fahnenmarsch von rund 5.000 Nationalisten in der Jerusalemer Altstadt vor.

2.000 Polizisten sollen nach Medienschätzungen heute (ab 16:30 Uhr) im Einsatz sein. Der Marsch, der auch durch das muslimische Gebiet der Altstadt führt, wird von den Palästinensern als Provokation empfunden. Fatah und Hamas, die beiden mächtigsten palästinensischen Fraktionen, haben zu einem “Tag des Zorns” aufgerufen. Nach einem Bericht der Jerusalem Post hat die israelische Armee mehr Truppen in das Westjordanland geschickt.

Der nationalistische Marsch wurde von Anhängern des ehemaligen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu organisiert. Dieser übt Druck auf die neue Regierung des ultrarechten Jamina-Parteichefs Naftali Bennett aus. Die Acht-Parteien-Regierung wurde am Sonntagabend im Parlament mit einer einzigen Stimme bestätigt. Damit endet die Amtszeit Netanjahus als Ministerpräsident, der seit 2009 ununterbrochen im Amt ist.

Der Marsch hat Ängste vor einer weiteren Eskalation der Krise ausgelöst. Wegen Raketenangriffen der Hamas, die den Gazastreifen verwaltet, war der Abschlussmarsch zum sogenannten Jerusalem-Tag am 10. Mai abgesagt worden. Die Hamas beschrieb den Angriff auf Jerusalem als Reaktion auf Israels Aktionen auf dem Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt und im Viertel Sheikh Jarrah. Die islamistische Gruppe, die von der EU, den USA und Israel als Terrororganisation eingestuft wird, hatte mit neuen Angriffen für den Fall neuer “Verletzungen” durch Israel gedroht.

Beim jüngsten Ausbruch der Gewalt zwischen Israel und militanten Palästinenserorganisationen wurden im Mai 255 Menschen im Gazastreifen getötet. In Israel kamen dabei 13 Menschen ums Leben. Israel hatte 1967 den von Arabern gehaltenen Ostteil Jerusalems eingenommen. Die Palästinenser sehen ihn als zukünftige Hauptstadt, während Israel ganz Jerusalem als seine Hauptstadt beansprucht.

Ursprünglich war der Fahnenmarsch für den vergangenen Donnerstag geplant. Angesichts der brisanten Lage wurde er dann aber auf die Zeit nach der Vereidigung der neuen Regierung verschoben.

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