Vier Menschen wurden bei einem Autounfall getötet, bei dem der Fahrer des Geländewagens wusste, dass er nicht fahren durfte.

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Vier Menschen wurden bei einem Autounfall getötet, bei dem der Fahrer des Geländewagens wusste, dass er nicht fahren durfte.

Michael M. räumt vor dem Berliner Landgericht ein, dass er sich nach einem epileptischen Anfall über die ärztlichen Anordnungen hinweggesetzt hat. Er dachte, er hätte das Kommando.

Berlin ist die Hauptstadt von Deutschland. Die Akte des Patienten ist gut geordnet. Der vorsitzende Richter Willi Thoms wurde am Montag in dem Dokument zitiert. Demnach hatte Michael M.s behandelnder Arzt ihm geraten, nach einer Hirntumoroperation mindestens ein Jahr lang anfallsfrei zu sein, bevor er wieder Auto fahren könne. Das hatte der Mediziner am 27. August 2019 in die Akte geschrieben. Der Angeklagte hielt sich jedoch nicht an diese ärztliche Anordnung. Michael M. setzte sich zehn Tage später hinter das Steuer seines Geländewagens, um seine Tochter und seine Mutter zu einem italienischen Restaurant zu bringen. In der Invalidenstraße in Mitte wurden vier Personen angefahren, die alle ums Leben kamen.

Michael M. muss sich vor dem Berliner Landgericht wegen fahrlässiger Tötung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr in vier Fällen verantworten. Laut Anklage soll er am Abend des 6. September 2019 auf der Invalidenstraße vor einer roten Ampel mit seinem PS-starken Auto auf die Gegenfahrbahn ausgewichen sein. Dabei soll der Angeklagte infolge eines epileptischen Anfalls einen Krampfanfall erlitten und das Auto bei durchgetretenem Gaspedal voll beschleunigt haben.

Mit über 100 Stundenkilometern fuhr der Geländewagen auf den Gehweg, riss einen Poller und eine Ampel um und kollidierte mit einer Menschenansammlung, die an der Ampel wartete. Zwei 28- und 29-jährige Männer sowie ein dreijähriger Junge und seine 64-jährige Großmutter starben. Die Insassen des Geländewagens kamen mit leichten Verletzungen davon.

Am Montag stellte sich Michael M. ausführlich den Fragen der Kammer, des Staatsanwalts, der Sachverständigen und der Anwälte der neun Nebenkläger. Am Ende stellte sich heraus, dass er nach einem epileptischen Anfall im Mai 2019 und einer Hirntumorentfernung im August desselben Jahres seine Fahrtüchtigkeit grob überschätzt hatte: Er sei davon ausgegangen, dass durch die Entfernung des Tumors die Ursache seiner Epilepsie beseitigt würde, behauptet er. “Ich habe es als Ratschlag verstanden, nicht als Verbot”, sagt er über den Rat der Ärzte, vorerst nicht in ein Auto zu steigen. Er behauptet, er sei in guter Stimmung gewesen. Michael M. missachtete den ärztlichen Rat – und das kostete ihn das Leben.

Michael M. hatte… Nachrichten von Twittersmash.

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