Vermieter haften für Schimmelbildung, die nicht gut erklärt ist.

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Vermieter haften für Schimmelbildung, die nicht gut erklärt ist.

Schimmelbildung in Gebäuden wird häufig durch einen von zwei Faktoren verursacht: Baumängel oder Fehlverhalten der Bewohner. Bei Mietwohnungen stellt sich immer die Frage: “Wer ist für den Feuchtigkeitsschaden verantwortlich?”

Für Schimmelbildung ist der Vermieter verantwortlich.

Arbeiten und Wohnen

Wenn Vermieter Hinweise zum richtigen Lüften geben, müssen die Angaben korrekt sein. Feuchtigkeitsschäden können nicht auf den Mieter abgewälzt werden, wenn ein entsprechendes Merkblatt fehlt. Das zeigt eine Entscheidung des Berliner Landgerichts (Az.: 67 S 358/20), über die der Eigentümerverband Haus & Grund Berlin in seiner Zeitschrift “Das Eigentum (Nr. 10/2021) berichtet.

Der Fall: Die Mieterin und ihr Vermieter wehrten sich gegen eine 25%ige Mietminderung. Diese wurde von der Mieterin geltend gemacht, nachdem sich in ihrer Wohnung Schimmel gebildet hatte. Bei ihrem Einzug wurde ihr ein Merkblatt über ausreichendes Lüften ausgehändigt. Der gerichtlich bestellte Sachverständige stellte dagegen fest, dass in dem Schreiben entscheidende Tatsachen verschwiegen wurden, wie z.B. die Tatsache, dass das Lüften tagsüber im Sommer die Schimmelbildung fördern kann. Dies sei auch die Ursache des Problems.

Das Landgericht schloss sich den Feststellungen des Sachverständigen an. Ein Fehlverhalten der Mieterin war nicht erkennbar. Sie habe sich bei ihrem Lüftungsverhalten an die Hinweise in dem Merkblatt gehalten. Der Mieterin könne nicht vorgeworfen werden, dass die Angaben nicht detailliert genug waren. Im Ergebnis sei die Vermieterin an dem Schaden schuld.

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