Rotkäppchen und Robin Hood: Die Linkspartei beschließt ein Wahlprogramm

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Rotkäppchen und Robin Hood: Die Linkspartei beschließt ein Wahlprogramm

Zwei Tage lang debattiert die Linkspartei über ihr Wahlprogramm. Intern gibt sich die Partei kulant und hofft, mit ein paar flotten Sprüchen in den Umfragen zu punkten.

Rotkäppchen und Robin Hood: Das Wahlprogramm der Linkspartei

Drei Monate vor der Bundestagswahl hat sich die Linkspartei endlich den Wählern gestellt: Das Wahlprogramm, das über 120 Seiten umfasst, stellt das Programm der Partei vor.

Rund 580 Teilnehmer haben an einem zweitägigen Online-Parteitag teilgenommen und auf Balkonen, in Gärten oder in Wohnzimmern mit dicken Vorhängen gegen die Hitze debattiert. Für marxistische Verhältnisse musste die Versammlung friedlich bleiben. Am Ende erhielt das einheitliche Wahlprogramm eine deutliche Mehrheit der Stimmen.

Der Parteitag ist in ominöse Wolken gehüllt.

Der Parteitag war von dicken Gewitterwolken umgeben: In Meinungsumfragen liegt die Linkspartei mit sechs bis sieben Prozent gefährlich nahe an der Fünf-Prozent-Hürde. Bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, wo sie immer stark war, hat sie zuletzt große Verluste erlitten. Und wieder einmal ist in den letzten Wochen der Streit um den richtigen Weg ausgebrochen, befeuert durch den aktuellen Bestseller “Die Selbstgerechten” von Parteipromi Sahra Wagenknecht, in dem sie den linken Parteien vorwirft, ihre Stammwählerschaft mit Gender-, Umwelt- und Bio-Themen zu verprellen.

Dann gab es den Aufschrei über Wagenknechts Ehemann Oskar Lafontaine, Mitbegründer der Linkspartei und Fraktionsvorsitzender im saarländischen Landtag. “Der Kandidat Lutze kann nicht unterstützt werden”, sagte er über den Spitzenkandidaten der Saar-Linken für die Bundestagswahl, Thomas Lutze, mit dem er schon lange zerstritten ist. Das wurde als Aufforderung missverstanden, nicht für die Linke zu stimmen, und sorgte für Empörung in der Partei.

Vorerst ist der Konflikt entschärft worden.

Der Parteitagssturm blieb am Wochenende trotz des ominösen Himmels aus. Die gemeinsame Sorge, an der 5-Prozent-Hürde zu scheitern, hat die stets gestresste Linkspartei enger zusammengeschweißt. Über Wagenknecht wurde diskutiert, indirekt oder offen, aber es gab keine offene Fehde. Klassische Streitpunkte, wie die Frage, ob die Linke ihre kategorische Ablehnung von Auslandseinsätzen der Bundeswehr überdenken sollte, wurden nur kurz angesprochen. Ein Abweichen vom Weg gab es nicht.

Und Lafontaine beendete das Gespräch in freundschaftlichem Ton. Susanne Hennig-Wellsow, die Parteivorsitzende, hatte den Grundstein gelegt: “Gestern war ich bei… Dies ist eine gekürzte Version der Information. Lesen Sie eine andere Nachricht weiter.

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