Libanesen protestieren mit landesweitem Streik gegen die ernste Lage: Die Währung wertet dramatisch ab.

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Libanesen protestieren mit landesweitem Streik gegen die ernste Lage: Die Währung wertet dramatisch ab.

Ein schwerer wirtschaftlicher Abschwung und eine Pattsituation bei der Regierungsbildung: Die Libanesen haben die Nase voll. Ziel eines landesweiten Generalstreiks ist es, den Druck auf die Verantwortlichen zu erhöhen.

Die Demonstranten im Libanon befinden sich mitten in einer großen Krise, die zu einem Generalstreik führt.

Mit einem landesweiten Massenstreik haben Arbeiter und Angestellte im Libanon gegen die akute Wirtschaftskrise und die Blockade bei der Regierungsbildung protestiert. Am Donnerstag stoppten Demonstranten in der Hauptstadt Beirut Hauptverkehrsstraßen und setzten Reifen in Brand.

Laut Bishara al-Asmar, dem Chef der General Workers’ Association, die zu dem Generalstreik aufgerufen hat, steht der Libanon am Rande einer Katastrophe. Er beschuldigte die Beamten des Landes, die Bürger zu ermorden. Er antwortete: “Macht endlich Zugeständnisse und bildet eine Regierung.”

Der schlimmste Wirtschaftsabschwung der Geschichte

Seit mehr als einem Jahr steckt das Mittelmeerland in einer der größten Wirtschafts- und Finanzkrisen seiner Geschichte fest. Große Teile der Bevölkerung sind in Armut gestürzt. Der Wert der libanesischen Lira gegenüber dem Dollar ist um rund 90 Prozent eingebrochen. Die Inflationsrate hat die Marke von 150 Prozent überschritten. Aufgrund von Versorgungsengpässen bilden sich täglich lange Schlangen vor den Tankstellen.

Gleichzeitig blockieren sich die führenden Politiker gegenseitig bei der Bildung einer neuen Regierung. Nach dem Explosionszwischenfall im Beiruter Hafen Anfang August trat das bisherige Kabinett zurück und ist nur noch kommissarisch im Amt. Die politische Klasse wird von Kritikern beschuldigt, korrupt zu sein und das Land auszubeuten. Das politische System im Libanon ist ebenfalls von einem empfindlichen Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Konfessionen geprägt.

Auf einer von den Vereinten Nationen veranstalteten Videokonferenz forderte Frankreich am Donnerstag internationale Hilfe für die libanesische Armee. Ziel sei es, eine koordinierte Antwort auf die “dringenden Bedürfnisse” der Streitkräfte zu entwickeln, teilte das Verteidigungsministerium in Paris mit. Libanons Armeechef Joseph Aoun hatte davor gewarnt, dass die Soldaten verhungern könnten, weil ihr Sold immer weniger wert sei. Er behauptete, die Armee stehe kurz vor dem Zusammenbruch.

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