Kramp-Karrenbauer besucht die Türkei zu Gesprächen mit einem harten NATO-Verbündeten.

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Kramp-Karrenbauer besucht die Türkei zu Gesprächen mit einem harten NATO-Verbündeten.

Der deutsche Militärminister reist zum ersten Mal in die Türkei. Hulusi Akars Amtskollegin, Annegret Kramp-Karrenbauer, stattet ihr einen Besuch ab.

Kramp-Karrenbauer wird sich mit einem problematischen NATO-Verbündeten treffen.

Die deutsche Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) ist zu Gesprächen über die Verteidigungsstrategie in der türkischen Hauptstadt Ankara eingetroffen.

Sie werde sich mit ihrem türkischen Kollegen Hulusi Akar treffen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin. Dabei gehe es unter anderem um die Umsetzung der Beschluesse des juengsten NATO-Gipfels sowie um die Lage im oestlichen Mittelmeer und in der Schwarzmeerregion.

Als es im vergangenen Jahr zu türkischen Ansprüchen auf Meeresgebiete mit möglichen Bodenschätzen kam, schaltete sich Deutschland als Vermittler zwischen der Türkei und Griechenland ein. Die deutsche Regierung drängte auf Dialog und Deeskalation. Die türkischen Erkundungsschiffe wurden inzwischen abgezogen, was als Erfolg gewertet wird. Die Bundesregierung hingegen ist der Meinung, dass das Grundproblem nicht gelöst ist.

Bei der Konferenz in Ankara wird voraussichtlich auch über die künftige Beteiligung der Türkei in Afghanistan nach dem Abzug der NATO-Mission “Resolute Support” diskutiert. Der internationale Flughafen in der Hauptstadt Kabul wird inzwischen von der Türkei gesichert. Sein Betrieb sowie die Versorgung mit medizinischen Gütern gelten als Voraussetzung dafür, dass die westlichen Botschaften in Kabul ihre diplomatischen Aktivitäten fortsetzen können, wenn die NATO-Soldaten wie angekündigt Anfang Juli abziehen. Die Taliban wiederum haben die Türkei zuletzt bedroht.

Deutschland hat ungeachtet der immer wieder auftretenden Meinungsverschiedenheiten mit dem NATO-Partner Türkei gemeinsame Interessen und will keinen Abbruch der Gespräche. Als die Bundeswehr im vergangenen Jahr im Rahmen der EU-Operation Irini ein türkisches Schiff inspizierte, kam es zu einem offenen Konflikt. Die Türkei sah den Einsatz der Soldaten des NATO-Partners Deutschland als verfassungswidrig an und warf der Bundesregierung und der EU vor, unberechtigt Gewalt anzuwenden. Das Einsatzführungskommando erklärte dagegen, es gebe hinreichende Gründe für die Annahme, dass das kontrollierte Schiff gegen das UN-Waffenembargo gegen Libyen verstoßen könnte. Die Türkei charakterisiert die “Irini” im Libyen-Konflikt häufig als Alleingang.

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