Kommentar: Es führt kein Weg daran vorbei, mit 68 Jahren in Rente zu gehen.

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Kommentar: Es führt kein Weg daran vorbei, mit 68 Jahren in Rente zu gehen.

Wollen Sie länger leben, aber nicht härter arbeiten? Die deutsche Politik vermeidet ein klares Bekenntnis zur Zukunft der Altersvorsorge, aus Angst, potenzielle Wähler zu verärgern.

An der Rente mit 68 führt kein Weg vorbei.

Abgesehen von der Rente weiß Armin Laschet, warum er noch vor der Wahl über einige Dinge reden will. Weil es mehr als 21 Millionen Rentner gibt, gibt es auch mehr als 21 Millionen Wähler, jeder Satz muss doppelt und dreifach überlegt werden. In einem Wahlkampf will kein Politiker über harte Wahrheiten sprechen, schon gar nicht bei einem so heiklen Thema wie der Rente, die viel mehr ist als nur finanzielle Absicherung im Alter. Sie ist auch eine Anerkennung für die Lebensleistung – und die ist in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern schon jetzt mau.

Die ersten Babyboomer, geboren in den späten 1950er und frühen 1960er Jahren, gehen in der nächsten Legislaturperiode in den Ruhestand. Noch befinden sie sich, offen gesagt, auf recht sicherem Boden, denn die schrittweise Einführung der Rente mit 67 verschafft Versicherten, Arbeitgebern und Finanzministern eine gewisse Planungssicherheit, zumindest bis 2029. Wie es danach weitergeht, wie teuer es sein wird, das System am Laufen zu halten, und wie groß der Reformdruck sein wird, ist ungewiss. Die Tür ist gefährlich offen.

Aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung muss das Renteneintrittsalter angepasst werden.

Wenn es um die gesetzliche Rente geht, hat die Politik nur wenige Hebel in der Hand. Keine Bundesverwaltung wird es je wagen, Beamte aus ihrem privilegierten (und teuren) Versorgungssystem in die gesetzliche Rentenversicherung zu überführen. Angesichts der enormen Steuer- und Beitragslast wäre eine deutliche Erhöhung der Beiträge wirtschaftliches Harakiri – es bliebe nur ein höherer Steuerzuschuss als die derzeitigen rund 100 Milliarden Euro oder die denkbar unpopulärste Lösung: länger arbeiten.

Es ist eine politische Binsenweisheit, dass das Renteneintrittsalter in einer alternden Gesellschaft regelmäßig an die gestiegene Lebenserwartung angepasst werden muss. Dennoch weicht jede Partei bisher einer ehrlichen Antwort auf diese Frage aus – oder flüchtet sich in demonstrativen Protest, wenn Wirtschaftsforscher ausrechnen, dass auf die Rente mit 67 irgendwann die Rente mit 68 oder vielleicht sogar die Rente mit 70 folgen muss. Schlimmer noch: CDU/CSU und SPD haben sich über jede ökonomische Logik hinweggesetzt und… Dies ist eine gekürzte Version der Information. Lesen Sie eine andere Meldung weiter.

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