Katalanische Separatisten werden von der spanischen Regierung begnadigt, aber nicht Carles Puigdemont.

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Katalanische Separatisten werden von der spanischen Regierung begnadigt, aber nicht Carles Puigdemont.

Spanien hat mit der Begnadigung von neun Separatistenführern laut Premierminister Pedro Sánchez einen Schritt zur Heilung im Katalanenstreit getan. Carles Puigdemont hingegen profitiert nicht davon.

Katalanische Separatisten werden von der Regierung begnadigt, aber nicht Carles Puigdemont.

Jetzt ist es offiziell: Die Zellentüren von neun katalanischen Separatistenführern werden vorzeitig geöffnet. Die seit dreieinhalb Jahren inhaftierten katalanischen Politiker werden am Dienstag von Spaniens progressiver Regierung begnadigt. Wegen eines illegalen Unabhängigkeitsreferendums im Jahr 2017 waren die Separatisten zu hohen Haftstrafen zwischen neun und dreizehn Jahren verurteilt worden.

Regierungschef Pedro Sánchez will mit der Begnadigung der Separatisten einen Schritt zur Heilung tun.

“Die Regierung will einen Schritt in Richtung Versöhnung machen”, sagte Pedro Sánchez, Spaniens sozialistischer Premierminister. Oriol Junqueras, 52 Jahre alt, ist der bekannteste der neun Separatisten. Er ist der Führer der gemäßigten Unabhängigkeitspartei Esquerra Republicana (ERC), die in Katalonien die Regierung stellt.

Der Gnadenakt kommt nicht dem ehemaligen katalanischen Präsidenten Carles Puigdemont zugute, der nach dem Unabhängigkeitsreferendum nach Belgien floh. Er wird in Spanien immer noch wegen Anstiftung zum Aufruhr und Veruntreuung von öffentlichen Geldern gesucht. Nach Angaben einer Regierungssprecherin in Madrid muss sich Puigdemont zunächst dem spanischen Gerichtssystem stellen, das dann über sein Schicksal entscheidet.

Das Gnadengesuch muss noch von König Felipe genehmigt werden.

Nach dem Beschluss der spanischen Regierung, die aus den sozialdemokratisch orientierten Sozialisten und der linken Podemos-Partei besteht, muss König Felipe das Gnadengesuch formell absegnen. Es liegt dann am Obersten Gerichtshof Spaniens, der die Separatisten verurteilt hatte, ihre Freilassung anzuordnen. Es wird erwartet, dass die Unabhängigkeitspolitiker das 75 Kilometer nordwestlich von Barcelona gelegene Gefängnis Lledoners noch in dieser Woche endgültig verlassen können.

Ministerpräsident Sánchez begründete die Begnadigung damit, dass sie dem Frieden in Katalonien zugute käme. “Mit diesem Akt holen wir neun Menschen aus dem Gefängnis, aber wir gewinnen Millionen von Menschen, die zusammenleben.”

Außerhalb Kataloniens ist die Entscheidung unterdessen heftig umstritten. Die konservative Opposition nannte die Gnadenentscheidung einen Skandal: “Sánchez verkauft die nationale Einheit an die Separatisten”, sagte Oppositionsführer Pablo Casado von der christdemokratischen Volkspartei.

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