Kardinal Woelki wird von einem katholischen Beratungsgremium scharf gerügt.

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Kardinal Woelki wird von einem katholischen Beratungsgremium scharf gerügt.

Das Erzbistum Köln ist weit davon entfernt, sich auszuruhen: Kardinal Woelki wurde am Samstag bei einer Sitzung aller wichtigen Gremien scharf gerügt. Er hingegen will sich nicht beugen. Nur eine Person konnte sich an ihn erinnern.

Kardinal Woelki erhält harschen Tadel von einem Beratergremium.

Der Koelner Kardinal Rainer Maria Woelki ist bei einer Sitzung seines wichtigsten Beratergremiums heftig geruegt worden.

Wie Teilnehmer berichteten, machten zahlreiche Mitglieder des Diözesanpastoralrates aus verschiedenen Gremien der größten deutschen Diözese am Samstag deutlich, dass sie kein Vertrauen mehr in den Erzbischof haben. Woelki hat erklärt, er sei ernannt und nicht gewählt worden. Nur der Papst habe die Macht, ihn abzuberufen.

Schließlich wurde beschlossen, bis September einen externen Moderator zu bestellen. Es ist noch offen, wer das sein soll. Ein Teilnehmer betonte, dass es ungenau wäre, den Diözesanpastoralrat als zerstritten zu bezeichnen; vielmehr herrsche bei allen Fraktionen weitgehende Einigkeit darüber, dass man in eine Sackgasse geraten sei und das Vertrauen verloren habe.

Woelki hatte zu Beginn der Sitzung am Freitagabend eine umstrittene Personalentscheidung als “großen Fehler” bezeichnet. Er bezog sich dabei auf einen Priester, den er 2017 zum stellvertretenden Stadtdekan von Düsseldorf befördert hatte, obwohl er zuvor zugegeben hatte, mit einer 17-jährigen Prostituierten onaniert zu haben. Die “Kölnische Rundschau” hatte als erste über Woelkis Reue berichtet.

Woelki plädierte für einen “Neuanfang der kleinen Schritte”, um das seit Monaten schwelende Problem des Erzbistums zu lösen. “Es gibt Widersprüche und konträre Positionen, und mit diesen Spannungen müssen wir leben”, sagte der 64-Jährige laut einer Mitteilung der Erzdiözese. “Deshalb müssen wir uns in kleinen Schritten aufeinander zubewegen.” Er wolle dazu beitragen.

Die beiden Apostolischen Visitatoren Anders Arborelius und Hans van den Hende hatten in der vergangenen Woche ihre einwöchige Reise nach Köln beendet. Die Bevollmächtigten des Papstes sollten klären, wie das Erzbistum mit den Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs durch Priester umgeht und ob Woelki Fehler gemacht hat. Sie stellen derzeit ein geheimes Dossier für Papst Franziskus zusammen.

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