Ingmar Hoerr, der Gründer von Curevac, hat einen schweren Stand.

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Ingmar Hoerr, der Gründer von Curevac, hat einen schweren Stand.

Im Kampf gegen Corona galt Curevac lange als Lichtblick. Doch plötzlich widerfährt Ingmar Hoerr, dem brillanten Wissenschaftler und Geschäftsführer der Firma, ein Missgeschick.

Der harte Kampf des Curevac-Erfinders Ingmar Hoerr

Die Erzählung ist so schön, dass sie praktisch in jedem Bild des Biologen Ingmar Hoerr vorkommt: Als junger Doktorand sieht er das Ergebnis eines Experiments eher als Rohrkrepierer denn als Volltreffer. Bis ihm klar wird, dass er über eine Methode gestolpert sein könnte, die das Impfen neu erfindet. Doch jahrelang zögerten seine Mitarbeiter und – vielleicht noch entscheidender – Investoren, seine Freude zu teilen.

Nach seinem Zivildienst im schwäbischen Neckarsulm bei Heidelberg setzte er sein Studium in T14bingen fort. Oder anders ausgedrückt: Er ging in die Stadt, in der er sich nicht nur als Forscher, sondern auch als Unternehmer auszeichnen sollte. Hoerr ist bekannt dafür, dass er eine gute Balance zwischen Eifer und Zähigkeit findet. Das sind Eigenschaften, die ihn befähigen, seine Ziele ohne Zögern zu verfolgen. So blieb Hoerr hartnäckig, vertiefte sich in die mRNA-Technologie, die er so erfolgreich erfunden hatte, und gründete im Jahr 2000 Curevac. Hoerr, so das Fazit, gibt den Zweiflern eine lange Nase, indem er ein Unternehmen schafft, das Auszeichnungen gewinnt und sich einen Namen in der biopharmazeutischen Industrie macht.

Curevac, der optimistische Corona-Impfstoff, kommt zu kurz.

Am 13. März 2020 kommt der Schnitt in voller Härte: Hirnblutung, Notoperation, künstliches Koma. Schließlich wacht er auf, kämpft aber mit Gedächtnislücken, ist desorientiert. “Ich habe meine Frau sofort erkannt. Das war eine große Erleichterung”, erinnert sich Hoerr. Nur wenige Wochen zuvor hatte sich das stachelige Coronavirus unbemerkt in die Körper einer rasant wachsenden Zahl von Menschen eingeschlichen – mit nicht selten tödlichen Folgen. Den Curevac-Konkurrenten Biontech oder Moderna gelingt es, in Rekordzeit hervorragende mRNA-basierte Impfstoffe gegen das Coronavirus zu entwickeln. Jetzt wird der Weltöffentlichkeit bewusst, dass die neue Technologie nicht nur das Potenzial hat, die Pandemie in Schach zu halten, sondern auch Krebs und andere Krankheiten viel besser bekämpfen kann.

Ingmar Hoerr, einer der Gründer des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac, musste nach einer Hirnblutung seinen Weg zurückfinden.

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