Eu-Behrde: Corona wirkt sich auf einige Migranten besonders aus

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Eu-Behrde: Corona wirkt sich auf einige Migranten besonders aus

Stockholm/Brüssel Das Gesundheitsbüro der Europäischen Kommission, ECDC, hat Hinweise auf ein höheres Corona-Risiko bei bestimmten Gruppen von Migranten in Europa gefunden und fordert gezielte Maßnahmen zum besseren Schutz der Menschen. Um die Impfraten zu erhöhen, gehört dazu auch gezielte Werbung in der jeweiligen Landessprache. Die Studie wurde gestern vom ECDC in Stockholm vorgestellt.

In der Studie wird ein Migrant als jemand definiert, der für mindestens ein Jahr aus einem anderen europäischen Land oder einer Drittnation in ein Land der EU oder der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) zieht.

Damit mischt sich die EU-Kommission in einen umstrittenen politischen Streit ein. In Deutschland wird nach Schätzungen ein unverhältnismäßig hoher Anteil von Patienten mit ausländischer Abstammung mit COVID-19 behandelt. Nach dem Infektionsschutzgesetz in Deutschland werden jedoch keine Informationen über die Nationalität oder den Migrationshintergrund von COVID-Patienten geführt.

Hinweise aus anderen europäischen Ländern werden nun vom ECDC angeführt. So konnte gezeigt werden, dass COVID-Patienten in Dänemark, Norwegen und Schweden einen höheren Migrationshintergrund haben als die Allgemeinbevölkerung.

Bis Ende April 2020 soll diese Gruppe 42 Prozent der COVID-Fälle in Norwegen ausmachen. Anfang Mai 2020 machten nicht-westliche Migranten und ihre Kinder 18 Prozent aller bekannten COVID-Fälle in Dänemark aus, obwohl ihr Bevölkerungsanteil nur halb so groß war. In dieser Gruppe lag die Inzidenz bei 240 pro 100.000, verglichen mit 128 pro 100.000 bei den nicht eingewanderten Dänen.

Ähnliche Ergebnisse aus Schweden und Spanien werden vom ECDC angeführt. Auch in Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich und Schweden hatten Migranten im Pandemiejahr 2020 eine erhöhte Sterblichkeit im Vergleich zur übrigen Bevölkerung und zu den Vorjahren.

Die Gesundheitsorganisation betont jedoch, dass die Migrantengruppen in Europa extrem unterschiedlich sind, was Verallgemeinerungen unmöglich macht. Das ECDC weist auf spezifische Gefahren hin, denen die betroffenen Menschen ausgesetzt sind, wie z. B. Koronaepidemien in Flüchtlingsunterkünften.

Diskriminierung, Reisebeschränkungen und Grenzschließungen gehören zu den indirekten gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen der Pandemie für einige Migranten. Sie waren aufgrund ihrer Berufe spezifischen Infektionsrisiken ausgesetzt.

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