Ein Berliner HIV-Arzt ist wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt worden.

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Ein Berliner HIV-Arzt ist wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt worden.

Der Arzt soll während einer Untersuchung sexuelle Handlungen an einer Patientin vorgenommen haben. In drei anderen Fällen wurde der Arzt für nicht schuldig befunden.

Berlin, Deutschland – Ein Berliner HIV-Arzt ist zu einer Geldstrafe von 45.000 Euro verurteilt worden. Ein Amtsgericht sprach den Arzt am Montag des sexuellen Missbrauchs im Rahmen einer therapeutischen Beziehung schuldig. In dem Fall ging es um einen 45-jährigen Mann, der im September 2012 die Praxis des Angeklagten aufsuchte. Im Fall von drei weiteren Männern, die Anzeige erstattet hatten, sprach das Amtsgericht Berlin-Tiergarten den Angeklagten frei. Im Laufe des Verfahrens wurde ein fünfter Fall abgetrennt.

Ursprünglich war die Staatsanwaltschaft davon ausgegangen, dass es zwischen August 2011 und Mai 2013 bei körperlichen Untersuchungen zu fünf angeblichen Handlungen gekommen war. Der Staatsanwalt hatte sich in drei Fällen schuldig bekannt und eine Strafe von elf Monaten Gefängnis, gefolgt von einem Jahr auf Bewährung und einer Geldstrafe beantragt. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Die Plädoyers wurden vor laufender Kamera gehalten.

Die Verteidiger des 63-jährigen Arztes hatten zu Beginn des Prozesses vor sechseinhalb Monaten erklärt, dass ihr Mandant keine sexuellen Handlungen an Patienten vorgenommen habe. Alle Untersuchungen und Behandlungen, die an den fünf in der Anklageschrift genannten Personen durchgeführt wurden, seien medizinisch notwendig gewesen. Nach ihren Angaben arbeitete der Arzt in einer Praxis, die vor mehr als 25 Jahren gezielt in einem Berliner Schwulenviertel eingerichtet wurde. “Die Praxis war von Anfang an vor allem auf die Behandlung von Erkrankungen wie HIV, AIDS, Hepatitis und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten ausgerichtet.” Im Urteil heißt es weiter, dass das Gericht keine Bedenken gegen die Aussage des 45-jährigen Zeugen habe. Auf eine schnelle Manipulation des Penis folgte eine rektale Untersuchung, die nicht von der ärztlichen Kunst abwich. Nach Ansicht des vorsitzenden Gerichts war diese Handlung nicht mit einer medizinischen Beurteilung zu vereinbaren und stellte einen sexuellen Missbrauch dar.

Das Gericht verhängte eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je 300 Euro. Der Richter erklärte, dass 30 Tagessätze wegen rechtsstaatswidriger Verfahrensverzögerungen als vollstreckt gelten würden. Das Urteil ist noch nicht vollstreckt.

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