Dogan Akhanli, Schriftsteller, ist gestorben.

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Dogan Akhanli, Schriftsteller, ist gestorben.

Der in der Türkei geborene Autor hatte zuvor in Berlin gelebt. Nach einer kurzen, aber schweren Krankheit starb er am Sonntag hier.

Berlin ist die Hauptstadt von Deutschland. Dogan Akhanli, Schriftsteller, ist gestorben. Wie eine Sprecherin des deutschen PEN-Zentrums mitteilte, starb er am Sonntag in Berlin nach kurzer, schwerer Krankheit. Akhanli lebte zuvor in Köln und zuletzt in Berlin. Er soll in Köln beigesetzt werden.

“Als Präsidentin trauere ich um ein Mitglied des deutschen PEN, als Leserin, als wunderbare Schriftstellerin, als Wegbegleiterin und als Kämpferin für die Menschenrechte, den Frieden und die Aufarbeitung der Verbrechen an den Armeniern”, schrieb Deniz Yücel, der amtierende deutsche PEN-Präsident.

“Er war ein mutiger Kämpfer für die Menschenrechte in der Türkei und in der Welt”, sagte die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker. “Seine Stimme war meist sanft und leise, doch seine Botschaft war klar und wurde gehört.” Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CD) erklärte auf Twitter: “Mit dem Tod von Dogan Akhanli hat die Türkei einen ihrer prominentesten politischen Autoren und einen Kämpfer für Demokratie und Freiheit verloren. Wir alle werden ihn sehr vermissen, besonders in seiner Heimatstadt Köln.” Akhanli wurde 1957 in der Türkei geboren und lebte seit 1992 als Romanautor in Köln. Er war in der Türkei mehrfach inhaftiert worden und saß ab 1985 zweieinhalb Jahre im Istanbuler Militärgefängnis. 2017 wurde er während eines Urlaubs in Spanien verhaftet, weil die türkische Regierung einen internationalen Haftbefehl gegen ihn erlassen hatte. Spanien wiederum weigerte sich, ihn als mutmaßlichen Terroristen an die Türkei auszuliefern. Nach zwei Monaten durfte Akhanli nach Deutschland zurückkehren.

Akhanli setzt sich in seinem Werk, zu dem mehrere Romane und Theaterstücke gehören, mit dem Völkermord an den Armeniern auseinander. 2018 wurde er mit dem Europäischen Toleranzpreis für Demokratie und Menschenrechte ausgezeichnet. Im Jahr 2019 wurde er mit der Medaille des Goethe-Instituts ausgezeichnet. Die Laudatio würdigt den Mut des Preisträgers, sich “trotz politischer, religiöser und gesellschaftlicher Widerstände durch künstlerische und publizistische Werke zu behaupten”. Akhanli hat sich neben seiner literarischen Arbeit auch in seinem persönlichen Alltag für Verständigung eingesetzt. Nach Angaben des Goethe-Instituts führt er seit 2002 deutsch-türkische Führungen durch ein ehemaliges Gestapo-Gefängnis in Köln durch und hält Vorträge über “Antisemitismus in einer Einwandererkultur”.

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