Diplomatie: Das Auschwitz-Komitee sieht den Besuch Steinmeiers in Polen als ein Zeichen für die Zukunft.

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Diplomatie: Das Auschwitz-Komitee sieht den Besuch Steinmeiers in Polen als ein Zeichen für die Zukunft.

Deutschland und Polen unterzeichneten 1991 einen Nachbarschaftsvertrag. Bundespräsident Steinmeier besucht Warschau, um an den Jahrestag zu erinnern. Er trifft seinen Amtskollegen Duda, aber auch Jugendliche und Überlebende von Konzentrationslagern.

Das Auschwitz-Komitee sieht in Steinmeiers Besuch in Polen einen Vorgeschmack auf das, was kommt.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist in Warschau, um sich mit seinem polnischen Amtskollegen Andrzej Duda zu treffen.

Offizieller Anlass ist der 30. Jahrestag der Unterzeichnung des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages. Nach Angaben des Bundespräsidialamtes in Berlin ist der Besuch Steinmeiers “ein Zeichen der Annäherung und des gemeinsamen Blicks nach vorn”, trotz der Herausforderungen im Verhältnis der Regierungen. Sowohl Duda als auch Steinmeier wollen mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus beiden Ländern sprechen.

Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde am 17. Juni 1991 der deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag unterzeichnet. Der Pakt, der unter anderem die Unverletzlichkeit der Grenzen bekräftigte, wurde vom damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl und dem polnischen Ministerpräsidenten Jan Krzysztof Bielecki unterzeichnet. Deutschland und Polen verpflichteten sich, Streitigkeiten ausschließlich mit friedlichen Mitteln beizulegen. Der Pakt regelte auch die Rechte der polnisch-deutschen Minderheit und der Deutschen polnischer Abstammung. Er sicherte Polen auch den deutschen Rückhalt auf dem Weg zum EU-Beitritt zu, der 2004 vollzogen wurde.

In Warschau trifft Steinmeier mit Marian Turski zusammen, einem KZ-Überlebenden und Vorsitzenden des Internationalen Auschwitz-Komitees. Der 94-Jährige wertete den Besuch von Bundespräsidentin Angela Merkel als ein Zeichen des Entgegenkommens. “Das ist ein gutes Signal”, sagte Turski der Deutschen Presse-Agentur, “denn Polen ist stärker, wenn die Beziehungen zwischen Polen und der EU stärker sind.” Turski war Mitbegründer des Museums für die Geschichte der polnischen Juden in Warschau und wurde 1944 in das deutsche Konzentrations- und Todeslager Auschwitz deportiert.

Wegen einer Meinungsverschiedenheit über juristische Änderungen in Polen sind die Beziehungen zwischen der EU und Polen heute angespannt. Allerdings gibt es eine Reihe von Streitpunkten zwischen Warschau und Berlin. So verläuft die deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream 2 durch die Ostsee. Ein Berater von Präsident Andrzej Duda hatte zudem kurz vor Steinmeiers Besuch die Errichtung des in Berlin geplanten Mahnmals für polnische NS-Opfer angeregt. Vertreter der Regierungspartei PiS, einer nationalkonservativen Partei, haben immer wieder eine Wiedergutmachung für die… Dies ist eine gekürzte Version der Information. Lesen Sie eine andere Nachricht weiter.

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