Die Präsidentschaftswahl im Iran hat begonnen, die Auszählung der Stimmen hat begonnen.

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Die Präsidentschaftswahl im Iran hat begonnen, die Auszählung der Stimmen hat begonnen.

Schon heute könnte der Nachfolger von Präsident Hassan Ruhani bekannt gegeben werden. Niemand in Irans islamischer Hardliner-Regierung rechnet mit einer Überraschung.

Der Iran hat mit der Auszählung der Stimmen nach der Präsidentschaftswahl begonnen.

Das iranische Innenministerium hat am Samstagabend mit der Auszählung der Stimmen bei der Präsidentschaftswahl begonnen. Der erzkonservative Kleriker und Justizchef Ebrahim Raeissi ist der überwältigende Spitzenkandidat unter den vier Anwärtern.

Abdolnasser Hemmati, ein reformorientierter Wirtschaftswissenschaftler, der vor allem um Proteststimmen wirbt, wird eine Chance eingeräumt. Die ersten Ergebnisse werden heute Nachmittag bekannt gegeben, das Endergebnis soll nach Angaben des Innenministeriums morgen verkündet werden. Sollte sich jedoch ein starker Trend zu Gunsten von Raeissi abzeichnen, könnte er das Präsidentenamt früher als Hassan Ruhani übernehmen. Ruhani durfte nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren.

Die Iraner hielten die Wahl für manipuliert und undemokratisch.

Raeissi war der bevorzugte Präsident des Establishments und die bevorzugte Wahl der Hardliner. Er hatte vier Jahre zuvor gegen Ruhani verloren, aber dieses Mal war sein Weg zum Präsidenten viel glatter. Dabei spielte auch der so genannte Wächterrat eine Rolle, ein Wahlgremium, das ernsthafte Kandidaten aussortierte. Dies führte zu gewalttätigen Protesten selbst in den eigenen Reihen und zu einer weit verbreiteten öffentlichen Ablehnung einer Wahl, die weithin als manipuliert und undemokratisch angesehen wurde.

Mit Raeissi erwarten Medien und Beobachter einen politischen Machtwechsel im Land. Sie sind überzeugt, dass der erzkonservative Kleriker den moderaten Kurs Ruhanis als Präsident nicht fortsetzen würde. Als langjähriger Staatsanwalt, Richter und seit 2019 auch Chef der Justiz hat er wenig politische Erfahrung. Dennoch steht er vor vielen politischen Herausforderungen.

Nuklearabkommen auf dem Tisch

Zunächst muss er über die Zukunft des Wiener Atomabkommens von 2015 entscheiden, das auch die Grundvoraussetzung für eine durch US-Sanktionen verursachte Wirtschaftskrise wäre. Dies würde allerdings Verhandlungen mit dem Erzfeind USA erfordern. In der Nahostpolitik erwarten Beobachter einen radikaleren Kurs unter Raeissi, im Verhältnis zum Erzfeind Israel einen noch feindlicheren Kurs als bisher.

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