Die Hausärzte in Berlin bieten verstärkt Auffrischungsimpfungen an.

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Die Hausärzte in Berlin bieten verstärkt Auffrischungsimpfungen an.

Mit der Wiedereröffnung von Impfstellen und einer Corona-Konferenz geht die Diskussion um Auffrischungsimpfungen weiter. In Berlin wähnt man sich vorbereitet, zumindest vorübergehend.

Berlin ist die Hauptstadt von Deutschland. Die ausufernden Corona-Infektionsraten entfachen seit Tagen eine Debatte über Auffrischungsimpfungen: Wenn es nach Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht, sollen dafür Impfkliniken in Deutschland wieder öffnen, die erst im Sommer geschlossen wurden. Außerdem will er, dass Bund und Länder eine Impftagung abhalten. Für viele ist das Aktionismus. Berlin sieht sich gewappnet, obwohl vier der sechs Impfkliniken in der Hauptstadt geschlossen wurden.

Tatsache ist, dass die Zahl der Fälle steigt. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) lag sie am Montagmorgen bei 154,8, nach 149,4 am Vortag und 110,1 eine Woche zuvor. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter bundesweit 9658 Neuinfektionen an das RKI. Die Zahlen, so RKI-Präsident Lothar Wieler, seien besorgniserregend, weil Ungeimpfte genauso erkranken wie Geimpfte, die vollständig geimpft sind.

Die Auffrischungsimpfungen sind für Menschen, die bereits alle Impfungen erhalten haben. Spahn empfiehlt nun gemeinsam mit dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder, diese Auffrischungsimpfungen für alle durchzuführen. Spahn empfiehlt außerdem, dass alle über 60-Jährigen angerufen werden und eine Auffrischungsimpfung erhalten. Die Ständige Impfkommission empfiehlt sie derzeit nur für Personen über 70 Jahre sowie für Risikopatienten, medizinisches Personal und Krankenschwestern.

Auch die Forderung, alle Impfstellen wieder zu öffnen, stößt auf Skepsis. Dies sei viel zu teuer, heißt es in Berlin und anderswo, und auch Hausärzte könnten Auffrischungsimpfungen durchführen. Nach wie vor werden die Impfungen in den Impfkliniken der Stadt und durch öffentliche mobile Impfteams durchgeführt, die mehr als 40 Prozent aller Impfungen vornehmen. Dennoch forderte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Montag angesichts der mangelhaften Impfungen, dass die Arztpraxen in die Pflicht genommen werden.

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin, Burkhard Ruppert, sieht sich und seine Kollegen dagegen nicht in der Pflicht. Auch er nennt Zahlen. Auffrischungsimpfungen werden nach Angaben der KV seit zwei Monaten in Berliner Praxen durchgeführt, auch im Rahmen von Hausbesuchen. Inzwischen sei die Zahl auf über 80.000 gestiegen, so Ruppert, was auf eine “steigende Tendenz” hinweise. Er sieht auch “den Berliner Gesetzgeber in der Pflicht, der die über 80-Jährigen wie in der Vergangenheit bereits angeschrieben hat, um sie an die Auffrischungsimpfungen zu erinnern.” Wir würden uns wünschen, dass diese Strategie auch auf die über 70-Jährigen angewendet wird.” “Derzeit schaffen wir es, Auffrischungsimpfungen anzubieten”, teilt Wolfgang Kreischer, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Berlin-Brandenburg, dem Twittersmash mit. Nachrichten von Twittersmash in Kürze.

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