Der Wahlkampf ist noch nicht vorbei, sagt der Grünen-Parteitag

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Der Wahlkampf ist noch nicht vorbei, sagt der Grünen-Parteitag

Der Jahresparteitag der Grünen verläuft meist friedlich. Baerbock erhält fast einstimmige Zustimmung – und schwört. Im Wahlkampf scheint sie noch nicht angekommen zu sein.

Der Parteitag der Grünen: Der Wahlkampf ist noch im Gange.

Auf Parteitagen sind die Akteure aus der zweiten Reihe genauso wichtig wie der Vorsitzende. Als bundespolitischer Geschäftsführer der Grünen zieht Michael Kellner hinter den Kulissen die Fäden, damit so etwas wie diese dreitägige digitale Extravaganz nicht aus dem Ruder läuft. So steht der Begriff “Deutschland” noch immer im Bundestagswahlprogramm seiner Partei. Kellner verkündete in gewohnt feierlicher, strenger Manier, dass die Mitglieder, die ihn streichen wollten, ihre Anträge zurückgezogen hätten. Er muss im Vorfeld hart gearbeitet haben, um das Thema “Deutschland” vom Tisch zu bekommen. Es hätte die Grünen landesweit in ein schlechtes Licht gerückt und die eigentlichen Ereignisse überschattet.

Die Rede von Baerbock, dem Kanzlerkandidaten der Grünen, war nicht besonders einprägsam.

Dabei hatte Kellner viel zu tun. In Zeiten der Pandemie wird ein Parteitag dadurch erschwert, dass der Veranstaltungssaal fast leer ist. Entweder gibt es gar keinen Applaus oder es ist eher still. Man muss mit zusätzlichen Komponenten versuchen, eine Stimmung zu erzeugen. Zum Beispiel mit einem grünen Garten als Kulisse.

Die Redner auf dem Parteitag sprechen nicht zu einem Live-Publikum, sondern zu einem virtuellen Publikum. Sie unterhalten sich quasi mit einem riesigen Computer. Und wie bei jeder anderen Art von Computerarbeit sind Fehler vorprogrammiert. Annalena Baerbock, die Kanzlerkandidatin der Grünen, weiß zum Beispiel nach ihrer Parteitagsrede nicht, dass das Mikrofon noch offen ist und ruft: “Scheiße”. Die offizielle Begründung der Partei: Baerbock habe sich über einen Versprecher geärgert.

Möglicherweise war die 40-Jährige aber auch von ihrer gesamten Rede irritiert, die nach Ansicht vieler Beobachter zwar durchwachsen, aber nicht besonders einprägsam war. Als Baerbock am Samstag ihr Amt antrat, hatte das Meinungsforschungsinstitut Insa die Zustimmungswerte für ihre Partei gerade auf 20 Prozent gesenkt. Die CDU liegt dagegen bei 27 Prozent. Als Baerbock offiziell als Kanzlerkandidatin nominiert wurde, erhielt sie von den Delegierten 98,55 Prozent der Stimmen. Doch wenn sie und ihre Partei es ernst meinen mit dem Einzug ins Kanzleramt, müssen sie hart kämpfen. Ihre Rede hingegen war alles andere als konfrontativ. Die Delegierten sahen eine angespannte Situation… Dies ist eine gekürzte Version der Informationen. Lesen Sie eine andere Nachricht weiter.

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