Corona hat die Trinkgewohnheiten der Menschen verbessert, so eine OECD-Studie

0

Paris ist eine Stadt in Frankreich. Einem Bericht zufolge könnte die Corona-Pandemie die Trinkgewohnheiten vieler Menschen verändern. Laut einer heute veröffentlichten Studie der in Paris ansässigen OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) deuten die Erfahrungen aus vergangenen Krisen darauf hin, dass es mittelfristig zu einem Anstieg des problematischen Trinkens kommen könnte.

Saufgelage zum Stressabbau sind nach belastenden Ereignissen normal, was die Wahrscheinlichkeit, zur Flasche zu greifen, erhöht. COVID-19 hat zweifellos Menschen und Kulturen auf der ganzen Welt erschüttert und die Voraussetzungen für langfristige physische und psychische Probleme geschaffen, so die Studie.

Experten schreiben, dass die Pandemie die Probleme, die mit schädlichem Alkoholkonsum verbunden sind, ans Licht gebracht hat, vor allem im häuslichen Bereich. Laut einer Studie zum Thema änderte die Mehrheit der Menschen ihren Alkoholkonsum nicht, aber bei denjenigen, die es taten, erhöhte ein größerer Anteil den Konsum. Außerdem hat die Zahl der Menschen, die trinken, zugenommen.

Nach Angaben der OECD hat Deutschland einen der höchsten Alkoholkonsumraten der Welt. Pro Kopf und Jahr werden hier 12,9 Liter reiner Alkohol konsumiert, was bei Personen ab 15 Jahren 2,6 Flaschen Wein oder 5 Liter Bier pro Woche entspricht.

Ein Drittel der Erwachsenen (34%) trinkt mindestens einmal im Monat stark, was mehr als 80% einer Flasche Wein oder 1,5 Litern Bier entspricht. Laut der Umfrage sind 3,5 Prozent der deutschen Erwachsenen alkoholabhängig.

Schädlicher Alkoholkonsum ist eine der Hauptursachen für frühen Tod, Behinderungen und eine Vielzahl von Krankheiten wie Krebs und Leberzirrhose. Nach vorläufigen Zahlen wird der Gesamtalkoholabsatz in Deutschland, Großbritannien und den USA im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 um 3 bis 5 Prozent steigen, so die Experten.

Die Pandemie hat auch die Orte verändert, an denen getrunken wird: Während Bars und Restaurants stark von Schließungen betroffen sind, haben Supermärkte und Online-Verkaufsstellen ein enormes Umsatzwachstum zu verzeichnen. Vorläufigen Ergebnissen zufolge hat die Pandemie keinen Einfluss auf das Risiko des Komasaufens gehabt.

Den Studien zufolge könnten Krankheiten und Unfälle, die durch den Konsum von mehr als einem alkoholischen Getränk pro Tag bei Frauen und eineinhalb Getränken pro Tag bei Männern verursacht werden, die Lebenserwartung in den nächsten 30 Jahren um knapp ein Jahr verringern.

Die Gesundheitsausgaben, die durch diese Krankheiten und Unfälle entstehen, machen im Durchschnitt etwa 2,4 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben pro Jahr aus; in einigen Ländern ist diese Zahl sogar noch höher. Sie wirken sich auch auf die Produktivität der Mitarbeiter aus. Die Studie konzentriert sich auf 52 Länder der OECD, der Europäischen Union und der G20.

Die Experten der OECD sind sich einig, dass die Bekämpfung von ungesundem Alkoholkonsum eine Vielzahl von politischen Maßnahmen erfordert. Zu diesen Programmen gehören Kampagnen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit und Preispläne sowie Bemühungen, die sich speziell an starke Trinker richten.

Share.

Leave A Reply