Belarus: Protasewitschs Interview im Staatsfernsehen: “Eine Geisel des Regimes”

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Belarus: Protasewitschs Interview im Staatsfernsehen: “Eine Geisel des Regimes”

Im weißrussischen Staatsfernsehen wird ein inszeniertes Interview mit Roman Protasewitsch gezeigt. Darin gibt der 26-Jährige zu, einen Aufstand zu planen.

“Eine Geisel des Regimes”, sagte Protasewitsch in einem Interview im Staatsfernsehen.

Zwei Personen, zwei Stühle und eine Kamera. Die Scheinwerfer zeichnen nur die Umrisse der Oberkörper vor dem tiefschwarzen Hintergrund nach. Solche Szenen sind in Form von Talkshows üblich. Beim weißrussischen Staatssender ONT gibt es so etwas wie ein TV-Duell allerdings nicht. Das wird schon zu Beginn deutlich: Marat Markov, der Moderator, fragt: “Haben Sie sich freiwillig für dieses Interview gemeldet?” “Zweifellos.”

Roman Protasewitsch verschwendet keine Zeit. Doch als er die Antwort hört, schließt er die Augen und schüttelt den Kopf. Markov erkundigt sich: “Und wie fühlen Sie sich?” “Ich bin gut in Form.” Protasevich schließt noch einmal die Augen. Dann fügt der 26-Jährige noch ein paar Sätze hinzu und versucht ein Lächeln. Nach diesem Auftritt werde er in der weißrussischen Opposition wahrscheinlich als Verräter abgestempelt, fährt er schließlich fort. Doch das macht ihm nichts aus. Er will endlich die Wahrheit zugeben.

Roman Protasewitsch wurde aus einem Ryanair-Flug entführt.

Man muss kein Psychologe oder Körpersprache-Spezialist sein, um die erzwungene Inszenierung dieses 1,5-stündigen “Interviews” in den ersten 120 Sekunden zu durchschauen. Alles, was man tun muss, ist zuhören, zuschauen und ein Grundverständnis für das Thema haben. Vor allem muss man berücksichtigen, was allgemein bekannt ist: Dass weißrussische Sicherheitskräfte den Regimegegner Protasevich vor fast zwei Wochen aus einem Verkehrsflugzeug entführt haben, nachdem die Luftwaffe den Ryanair-Jet zur Landung in Minsk gezwungen hatte.

Die Eltern von Roman Protasewitsch vermuten, dass ihr Sohn im Gefängnis misshandelt und zu Aussagen gezwungen wird.

Foto: -/Telegramm/Social Media/dpa

Es ist auch wichtig zu verstehen, dass in den Haftanstalten des… Dies ist eine gekürzte Version der Information. Lesen Sie eine andere Nachricht weiter.

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