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Wahlen in Belarus: Zusammenstöße nach Abstimmung sagt Wiederwahl Lukaschenkos voraus

Demonstranten und Bereitschaftspolizei sind in der belarussischen Hauptstadt Minsk und anderen Städten zusammengestoßen, nachdem eine Umfrage des staatlichen Fernsehens ergab, dass der langjährige Anführer Alexander Lukaschenko bei der Wahl am Sonntag wiedergewählt wurde.

Die Polizei setzte Blendgranaten, Gummigeschosse und Wasserwerfer ein. Eine Menschenrechtsgruppe sagte, ein Protestierender sei getötet und etwa 120 verhaftet worden.

Nach einer vorläufigen Auszählung gewann Lukaschenko 80% der Stimmen.

Der wichtigste Oppositionsführer hat sich jedoch geweigert, das Ergebnis anzuerkennen.

“Wir haben bereits gewonnen, weil wir unsere Angst, unsere Apathie und unsere Gleichgültigkeit überwunden haben”, sagte Swetlana Tichanowskaja.

Die vorläufigen Ergebnisse geben ihr 9,9% der Stimmen, aber ihre Kampagne sagte, sie habe in einigen Bereichen 70-80% der Stimmen erhalten.

Swetlana Tichanowskaja trat an Stelle ihres inhaftierten Ehemannes in die Wahl ein und führte anschließend große Kundgebungen der Opposition an.

Herr Lukaschenko, 65, ist seit 1994 an der Macht.

Im Vorfeld der Wahl am Sonntag kam es inmitten der größten Oppositionsdemonstrationen des Landes seit Jahren zu einem scharfen Vorgehen gegen Aktivisten und Journalisten.

Wie haben sich die Proteste entwickelt?
Die Demonstranten gingen im Zentrum von Minsk auf die Straße, sobald die Wahlen beendet waren und die Ausgangswahlen am späten Sonntag veröffentlicht wurden.

Viele riefen “Raus hier” und andere regierungsfeindliche Slogans. Die Bereitschaftspolizei feuerte Betäubungsgranaten ab, setzte Schlagstöcke ein und nahm Verhaftungen vor, als sie die Demonstranten auseinander trieb.

Am frühen Montag sagte Valentin Stefanovic von der belarussischen Menschenrechtsgruppe Viasna gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass mindestens eine Person gestorben sei, nachdem sie von einem Polizeiwagen überfahren und Dutzende verletzt worden waren.

Er fügte hinzu, dass mindestens 120 Personen festgenommen worden seien.

Das Innenministerium dementierte jedoch, dass es Tote gegeben habe.

Ähnliche Proteste fanden in Brest, Gomel, Grodno und anderen Städten statt.