Spotlight: Deutsches BIP um 2,2 Prozent gesunken, Rekordrückgang im ersten Quartal

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BERLIN, 15. Mai (Xinhua). Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland war im ersten Quartal (Q1) 2020 saisonbereinigt und kalenderbereinigt um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) mit Freitag.

Laut Destatis war dies der „größte Rückgang seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise“ von 2008/2009 und der zweitgrößte vierteljährliche Rückgang seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990.

„Der Rückgang ist hauptsächlich auf die Schließung von Teilen der Wirtschaft zurückzuführen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen“, so Oliver Holtemoeller, Vizepräsident des Halle-Instituts für Wirtschaftsforschung (IWH) und Leiter der Abteilung für Makroökonomie am IWH. sagte Xinhua am Freitag.

Destatis zufolge gingen auch die Konsumausgaben der privaten Haushalte sowie die Bruttoanlageinvestitionen in Maschinen und Geräte im ersten Quartal stark zurück.

Die staatlichen Konsumausgaben und die Bruttoanlageinvestitionen der deutschen Bauindustrie wirkten sich jedoch “stabilisierend aus und verhinderten einen größeren BIP-Rückgang”, so Destatis.

Der Rückgang des deutschen BIP war laut dem Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel) „nicht unerwartet“. Der Einbruch ereignete sich hauptsächlich in der zweiten Märzhälfte, was auf einen „drastischen zweistelligen Rückgang in diesem Zeitraum“ hindeutete, sagte Stefan Kooths, Prognoseleiter bei IfW Kiel, am Freitag gegenüber Xinhua.

Für das zweite Quartal erwartete IfW Kiel den „größten vierteljährlichen Rückgang“ des BIP in der Geschichte Deutschlands mit mehr als 10 Prozent, trotz eines Aufschwungs der Wirtschaftstätigkeit ab Mai.

“Die Rückkehr zum Vorkrisenniveau wird jedoch nicht im Sprint stattfinden, sondern ähnelt einem Mittelstreckenlauf, der erst im Laufe des nächsten Jahres sein Ziel erreichen wird”, warnte Kooths.

“Die Coronavirus-Pandemie hat die Weltwirtschaft in eine Rezession gestürzt”, stellte das deutsche Wirtschaftsministerium am Freitag fest. Aufgrund der nationalen Schließung war die deutsche Wirtschaftsleistung bereits im ersten Quartal spürbar gesunken, und diese Entwicklung würde sich zunächst im zweiten Quartal verstärken.

Nach Angaben des Ministeriums für Wirtschaft und Energie dürfte die Rezession im April ihren Tiefpunkt erreicht haben, da die Produktion in der Automobilindustrie kollektiv eingestellt wurde. Mit der vorsichtigen allmählichen Lockerung der Schließung Anfang Mai begann die wirtschaftliche Erholung. Enditem

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