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Russischer Staatsbürger in Österreich wegen Erschießung eines “tschetschenischen Flüchtlings” verhaftet, was Medienspekulationen über “Auftragsmorde” entfacht

 

Ein russischer Staatsbürger und ein möglicher Komplize wurden in Österreich im Rahmen einer Untersuchung der Ermordung ihres Landsmanns, der Asyl suchte, festgenommen. Der Fall hat Medienspekulationen über einen politisch motivierten Mord ausgelöst.

Der Vorfall ereignete sich am Samstagabend auf dem Parkplatz in der Kleinstadt Gerasdorf nördlich von Wien.

Ein 43-jähriger männlicher Asylbewerber, der vermutlich ursprünglich aus der südlichen Republik Tschetschenien in Russland stammt, wurde in den Kopf geschossen. Nach Angaben der Polizei starb er vor Ort.

Der mutmaßliche Angreifer floh aus der Szene und löste eine massive Fahndung mit Dutzenden von Polizeiautos und einem Hubschrauber aus. Zwei der österreichischen Spezialeinheiten der Polizei, Cobra und Wega, waren an der Operation beteiligt.

Schließlich befand sich der mutmaßliche Schütze am späten Samstag in der nördlichen Stadt Linz und ergab sich der Polizei, ohne Widerstand zu leisten. Er wurde als russischer Staatsbürger identifiziert und anscheinend auch tschetschenischer Herkunft. Der Mann war Berichten zufolge vorbestraft und der Polizei bekannt.

Die Strafverfolgungsbehörden haben bisher nur bestätigt, dass sowohl das Opfer als auch der Verdächtige russische Staatsbürger sind.

Ein anderer Mann, der ebenfalls als Tschetschene gilt, wurde am Sonntag im Zusammenhang mit dem Fall festgenommen, sagte ein Sprecher des Landgerichts Korneuburg, Wolfgang Schuster-Kramer, gegenüber österreichischen Medien, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

Bisher hat die Polizei keine Hinweise auf ein mögliches Motiv für die Tötung gegeben. Die Untersuchung wurde von der Anti-Terror-Einheit der Regionalpolizei übernommen.

In der Zwischenzeit haben österreichische Medien behauptet, das Opfer, das von den Behörden nur als Martin B identifiziert wurde, sei ein Tschetschene namens “Anzor of Vienna” , ein Video-  “Blogger” und ein Kritiker des tschetschenischen Führers Ramzan Kadyrov.

Dies führte zu Spekulationen, dass die Schießerei ein Auftragsmord mit einem politischen Motiv gewesen sein könnte. Die österreichischen Behörden haben jedoch keine Informationen zur Unterstützung solcher Theorien gegeben.

Es gibt auch Vorwürfe, dass der Mord ein falscher Autoverkauf gewesen sein könnte.

Der Vorfall scheint lose an einen hochkarätigen Fall zu erinnern, in dem ein weiterer ehemaliger tschetschenischer Militant in Berlin erschossen wurde.

Die deutschen Behörden haben diesen Mord mit Moskau in Verbindung gebracht, zwei Diplomaten wegen des Falls ausgewiesen und einen diplomatischen Streit mit Russland ausgelöst. Der Kreml bestritt, dass dies irgendetwas mit dem Mord zu tun habe.

Nach dem Streit beschrieb Präsident Wladimir Putin den Mann als einen „mörderischen Terroristen“, der möglicherweise viele Feinde hatte.