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Deutschlands jüngste Sterblichkeitsrate bis zu 3 Prozent über dem Durchschnitt: Destatis

BERLIN, 22. Mai (Xinhua). Mit rund 18.000 Todesfällen zwischen dem 20. und 26. April lagen die jüngsten Sterblichkeitsraten in Deutschland nur drei Prozent über dem Landesdurchschnitt der vergangenen Jahre, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mit.

Die Daten für die beiden vorangegangenen Wochen hatten immer noch eine Übersterblichkeitsrate von neun Prozent bzw. 13 Prozent gezeigt. „Übersterblichkeit“ bedeutet, dass im Laufe eines Jahres mehr Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt sterben, als angesichts der Fallzahlen der Vorjahre zu erwarten gewesen wäre. Dennoch wäre die derzeitige Entwicklung der Sterblichkeit “bemerkenswert, da die diesjährige Influenza-Epidemie bereits seit Mitte März als vorbei gilt”, so Destatis.

„Normalerweise wirken sich Influenza-Wellen bis Mitte April auf die Sterblichkeit aus“, stellte Destatis fest. Dies würde darauf hinweisen, dass ein „Zusammenhang zwischen der derzeit beobachteten leichten Übersterblichkeit und der Coronavirus-Pandemie“ besteht.

Das deutsche ifo-Institut für Wirtschaftsforschung wies jedoch darauf hin, dass die Zahl der in Deutschland sterbenden Menschen trotz des Ausbruchs des Coronavirus derzeit auf einem „für diese Jahreszeit normalen“ Niveau liegt.

“Trotz des im April beobachteten leichten Aufwärtstrends bei den Sterblichkeitsraten liegt die Abweichung immer noch in einem Bereich, der durch zufällige Einflüsse erklärt werden kann”, sagte Anna Kremer von der Dresdner Zweigstelle des ifo-Instituts.

Selbst in älteren Altersgruppen, in denen ein besonderes Risiko für COVID-19 besteht, „wurden bisher keine höheren Sterblichkeitsraten beobachtet, die Zahlen liegen immer noch im Bereich der statistischen Unsicherheit“, stellte das ifo-Institut fest.

Laut Destatis wäre die Übersterblichkeit in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern niedrig. So meldete beispielsweise das nationale statistische Institut Italiens (Istat) im März 2020 sogar 49 Prozent mehr Todesfälle als in den Jahren zwischen 2015 und 2019. Enditem