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Deutsche Vereine erwarten drastische Rückgänge auf den internationalen Transfermärkten

Von Oliver Trust

BERLIN, 19. März (Xinhua). Deutsche Vereine erwarten derzeit drastische Veränderungen auf den internationalen Transfermärkten aufgrund der Coronavirus-Krise.

“Wir werden eine Transferperiode erleben, die wir noch nie zuvor erlebt haben”, prognostiziert Oliver Mintzlaff. Der CEO von RB Leipzig sagt, dass die Auswirkungen für Vereine und Spieler gleichermaßen bedeutend sein werden.

Wie andere Beamte ist auch Mintzlaff davon überzeugt, dass die Transfersummen neben Budgetkürzungen und Stellenkürzungen für Mitarbeiter in den professionellen Teams sinken werden.

Clubs auf dem gesamten Kontinent erwarten erhebliche Verluste. Der norwegische Verbandspräsident Terje Svendsen sagte, der Fußball brauche ein Transferverbot, “solange sich die Situation nicht geändert hat”. Bei der UEFA wurde Berufung eingelegt.

Die meisten Verträge enthalten Klauseln, die es Spielern ermöglichen, zwei Wochen lang kostenlos abzureisen. “Sperren für zwei Wochen könnten die einzige Lösung für kleinere Vereine sein, um die Krise zu überstehen”, schlug Svendsen vor.

Das Problem der Transfers scheint eine große Anzahl potenzieller Fallstricke zu bieten.

Ausstiegsklauseln, die bisher als Schnäppchen für interessierte Vereine angesehen wurden, könnten sich in unüberwindbare Hindernisse verwandeln.

Der Leipziger Verteidiger Dayot Upamecano soll das Interesse mehrerer europäischer Top-Mannschaften geweckt haben. Angesichts der wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise dürfte die 60-Millionen-Euro-Ausstiegsklausel des 21-jährigen französischen Nationalspielers möglicherweise interessierte Parteien entmutigen.

Wolfsburgs CEO Jörg Schmadtke wies darauf hin, dass den Spielern bereits unterbreitete Angebote zur Ausweitung ihres Vertrages möglicherweise gekürzt werden müssen.

Der ehemalige Torhüter sagte: “Natürlich wird die unvorhersehbare Situation alle möglichen Vertragsfragen betreffen.”

Darüber hinaus müssen die am 30. Juni endenden laufenden Verträge verlängert werden, bis die Saison 2019/20 beendet werden kann. Vorhersagen sprechen von Juli oder August.

Mintzlaff sagte, seine Seite könne mit einer Pause von zwei Monaten fertig werden, ohne Aufnahme. Der Club hat einen Notfallplan aufgestellt, in dem Kürzungen in Bezug auf strategische Maßnahmen aufgeführt sind. Leipzig entsendet 90 Prozent seiner Mitarbeiter ins Home Office.

Die meisten Vereine nutzen Home-Office-Videositzungen, um ihre Spieler in bestmöglicher Form zu halten, bis nach einem für den 30. März geplanten Notfalltreffen aller 36 Proficlubs und des Liga-Verbandes DFL weitere Entscheidungen erwartet werden.

In der Zwischenzeit befürchten mehrere Seiten, einige ihrer prominenten Sponsoren aufgrund der Krise der Wirtschaft des Landes zu verlieren.

Eintracht Frankfurt, Liga-Neuling SC Paderborn und der SC Freiburg sehen Bauprojekte in Gefahr. Während Frankfurt auf dem Weg ist, einen neuen Bildungscampus einzurichten, ist Freiburg damit beschäftigt, eine neue Arena zu bauen, während Paderborn beabsichtigte, sein Stadion zu erweitern.

Die meisten Pläne, weitere Investitionen in den Kader des Teams zu tätigen, müssen übersprungen werden, behaupten Funktionäre.

Werder Bremen ist besorgt, dass Kaufverpflichtungen für Leihspieler, die in aktuellen Verträgen verankert sind, nicht den künftigen Marktentwicklungen entsprechen. Neuverhandlungen seien unvermeidlich, betonte Werder.

Auf der anderen Seite scheinen sich neue Möglichkeiten zu ergeben. Die angestrebten Transfers von Manchester City-Star Leroy Sane und Leverkusens Mittelfeldspieler Kai Havertz könnten für den deutschen Titelverteidiger Bayern München günstiger werden.

Der Wert von Havertz wurde mit rund 100 Millionen Euro bewertet. Die Zahl wird voraussichtlich jetzt fallen.